Aus der traurigen Stimmung, in die ihn diese Erfahrung versetzte, wurde er durch ein eigenartige Geräusch aufgestört. Es kam ganz aus der Nähe, es mußte auf demselben Blatt sein, auf dem er stand. Er schaute sich um und erkannte, daß er sich neben einer Eichengalle befand, einer von jenen rötlichen Kugeln, die man häufig auf Eichenblättern sieht, und mit denen er früher oft gespielt hatte.

Max krabbelte auf diese Galle hinauf und war nicht wenig erstaunt, als er merkte, daß das Geräusch aus dem Innern der Kugel drang. Als ob ein feiner Bohrer durch hartes Holz seinen Weg suchte, so knirschte und raschelte es da drinnen. Max lief rings um die Kugel und untersuchte sie aufs genaueste. Da er auf der Oberfläche nicht die geringste Öffnung fand, fragte er sich, welches Geheimnis wohl im Innern eingeschlossen sein könnte. Plötzlich hörte er hinter sich ein feines Stimmchen, das piepste etwas müde:

»Endlich bin ich so weit!«

Max drehte sich flugs um. Ein winziges Köpfchen guckte aus einem Löchlein der Galle heraus, drehte sich hin und her und betrachtete alles ringsum mit lebhafter Neugier.

»Ei, wie schön ist die Welt!« sagte das Stimmchen, bebend vor Vergnügen.

»Sei mir gegrüßt!« rief Max, »und komme doch ganz hervor!«

Aus dem Löchlein schoben sich zwei kleine Beinchen, die sich am Rande anklammerten, dann folgte sogleich das ganze Tierlein. Es war kaum ein paar Millimeter lang, schwarz, mit fadenförmigen, nicht geknickten Fühlern und mit zwei allerfeinsten, durchsichtigen Flügelchen ausgestattet.

»Oho«, rief Max, »eine kleine Fliege!«