7) P. II, 433/5. Es seint die einwoner dieses landes [Rügen] sehr ein zenckisch vnd mortisch folck, das es eben an jnen schyr wahr ist, wie das latinische spruͤchwort lawtet: omnes insulares mali. Den im gantzen lande zu Pomern werden kein jahr so viel vom adel vnd andern erslagen, als allein in dieser kleinen jnsul. Es gibt auch dies folck so viel rechtgans als das halbe land zu Pomern. Den alle Sonnabend helt der landvoigt sampt den eltisten vom adel des gantzen landes zu Bergen gericht; da hat er von fruͤe morgens bis schyr an den abent genug zu thunde, vnd er hoͤret auch nicht gerne vmb des mittagmahls willen auff, den so er sie wegkgehen leßt, vnd nach eßens widder bescheidet, so trinken sie sich etwan ful, oder richten ein new allerm an, oder wen sie widderkhomen, treiben sie solch vngestuͤmigkeit vor gericht, das der her landvoigt nyrgentz mit jnen aus khan. Darvmb sytzt er gern das gericht gar aus, das er sie auff den andern gerichtstag verweise. Es ist kein edelman oder pawer im lande so slecht, das er sein wort nicht selbst redete, vnd das er nicht jr gewoͤhnlich landtrecht wißen solte. Vnd aus solcher vermeßenheit wil einer dem andern in nichts weichen, vnd khumpt daraus viel haders vnd morts; sonderlich gerhaten sie in den kruͤgen oder wirtshewßern leichtlich an einander, vnd wan einer von jnen saget: dat walde got, vn een kolt isen, so mag man jme wol auff die fewste sehen, vnd nicht auffs Mawl, den er ist balde an einen. Vnd geschieht in den kruͤgen so viel slagens vnd andre injurien, das offte ein edelman, der einen krug hat, so viel von buße vnd straffgelt ein jar daraus gewinnet, als sunst von einem halben oder gantzen dorffe. Vnd wor die Rhuͤgianer gehen oder reißen, haben sie einen schweinspies vnd einen rewtlingk an der seiten; wen sie zur kirchen gehen, setzen sie die spieße vor die kirchenthuͤr, einstheils nhemen sie die in die kirchen mit, vnd sol sich bisweilen, wen sie aus der kirchen gehen, offt ein lermen erheben. Gehen sie zur kirchen so seint sie gewapnet, gehen sie zur hochzeit, so seint sie gewapnet, bringen sie einen totten zu grabe, so seint sie gewappnet, vnd in summa man findt sie nyrgentz, sie haben jre were bey sich. Daraus khan man erachten, wen sie die wredigkeit, so sie vnter jnen treiben, in kriegen vnd gegen feinde geprawchen, das es ein tapffer kriegsfolck were. [Vergl. [Nr. 91].]

8) K., 419/420. Das sie Slafi heissen, ist die Ursach, das die beiden Worter slaff und slafa in yrer Sprach sehr gemeine seint, sonderlich in Zusammensetzung yrer Tauffnhamen, und darum von den Andern, die yrer Sprache nicht gewest, Slafen seint genennet worden. Oder wie die polnische Chronika sagt, so seint sie davon Slafi und Slafones genennet, das sie schwetzig und vuller Wort seint. Dan Slafonos nennen sie verbosos, und slafa heisset ein Wort.

Die Familie.

9) K., 393. Sein [des Herzogs Bugslaff von Pommern. († 1523.)] Reim ist gewest D. U. J. W., das ist: »Der Uren ich warte«, domit er stets eine Gedächtnus des Tods gehapt.

10) K., 402. Er [Herzog Georg von Pommern († 1531)] war sunst frolich und hurtig in allen Sachen. Darum was sein Reim: H. M. F., das ist: Herdurch mit Freuden. [Vergl. [Nr. 68].]

Hochzeit.

11) Die Größe fürstlicher Mitgiften werden von K. angegeben: S. 204 aus dem Jahre 1343; S. 218 a. d. J. 1363; S. 242 a. d. J. 1412; S. 281. Anm. 2, a. d. J. 1453; S. 342 Anm. 1, a. d. J. 1491; S. 378 a. d. J. 1515; S. 379 a. d. J. 1518; S. 397 a. d. J. 1525. [Vergl. [Nr. 87].]

12) P. II, 439. Sie [die Bürger von Stralsund] haben vber die gewohnheit der andern Pommerschen stette den großen vnkosten der hochzeiten eine maße gesetzt, also das die buͤrger ein jglicher seinem stande nach wißen, wie hoch sie muͤßen hochzeit halten oder nicht; vnd wer darvber thun wil, mus es mit willen des rhats thun, vnd gelt dafuͤr geben. Solch gesetz zu machen, hat vervrsachet die beschwerlichkeit der hochzeiten; den hie vnd sunst in ganz Pommern ist eine gewohnheit, das man nichts zu den hochzeiten schencket, vnd man pittet alle bekhante vnd nachparen dartzue, vnd weret an etzlichen ortten wol vier oder fuͤnff tage, vnd wirt offt mehr verzeret, wan aller prawtschatz wert ist.

13) P. II, 447. Sonders ist nichts von jnen [den Bürgern von Anklam] zu schreiben, wan das sie in kurtzen jaren ein maße in den großen hochzeiten gemacht. [Vergl. [Nr. 7]; [74]; [127].]