[Feste Kirche vergl. [ Nr. 116].]
Städtebau.
24) K., 103. [Arcona i. J. 1168.] Dieselbig Stat was gelegen auff der Insel Wittow, (dan das Land zu Rhugen ist noch in andere Inseln geteilt) auff einem hohen Berge am Meer und war vom Norden, Osten und Süden von Natur vhest, dan der Bergk war steyer herab und so hoch, daß man kawm mit einem Pfeilschuß die Hohe der Mawren erreichen mochte; vom Nidergange aber was sie mit einem Walle von funfzigk Ellebogen hoch befestet, welchs Walles unterste Helffte von Erde und Leime was, und die andere Helffte oben was von Plancken und Bretern, dar Erde zwuschen geschuttet was und dar auch etliche Plochheuser eingemacht weren. Vom Nortnortwesten war ein hupscher Brunnensprinck, da die Burger ir Wasser aus holeten, und daselbst was nhur ein Thor, da man durch den Wahl an die Stat khomen mochte, und sunst kein Thor mehr. Und das Thor hetten sie itzund gar mit dem Walle uberschuttet, das die Feinde nirgentz khonten daran khomen, allein durch das einige Thor.... [Die Feinde zünden dieses an, und] nham das Fewr uberhand und hette das Thor und den holzin Thorn, so darauff stund,... all verprant und grasete je lenger je weiter an den Blochheusern.
25) P. II, 458. Pasewalk. Es ist auff die Merkische arth gepawet mit weiten gaßen, großen gekleimeten hewßern, hat gar keine oder gar weinig gemawerte hewßer.
26) P. II, 459. [Piritz] ist nicht viel beßer gepawet [als Pasewalk].
27) P. II, 441. Stettin hat mehr vnd beßer gemecher in den hewsern wan zum Sunde [= Stralsund.]
28) P. II, 445/46. [Stolp.] Es sein aber weinig hewser mit ziegel gedecket, der vrsach, das die stat jm jar 1476 auff Tiburtij von eigenem fewr gantz vnd gar ausgeprant, also das allein ein haws stehen geplieben, vnd darnach ehe die hewser widder gebawet vnd die giebel bevhestet worden, ein starcker windt entstanden, der die giebel vnd mawren eingeworffen, vnd die bürger des brandschadens halber vnvermugener worden, vnd sich bishero nicht erholen mugen, auch der kauffmanshandel so da gewest gein Dantzig verrücket, vnd fürnhemblich auch vmb mangels willen der zigelerde.
29) K., 141/2. Im Jahr 1209 hat Jaromar, der Furt von Rhugen, im Land zu Bart begünt die herrliche Stat Stral-Sund gegen dem Land zu Rhügen uber, welche man auch slechts den Sund nennet. Und meinen etliche, weil die Denen zu dem mal des Orts viel Handlung gehapt, es sol ein denisch Nhamen sein von der Insel Strela, welche man doch itzt nicht weis, wor sie gelegen ist, und dem Nhamen Sund, das auff denisch bedewtet einen Strom oder Hafenung. Etliche meinen, die Stat sey von einem Fischer, der Stral geheissen und an der Stette, do man die Stat daselbst auffgelegt, gewonet hat, genennet worden; und dasselbig glawb ich lieber; auch giebt mir das desselbigen so viel Glawbens mehr, das die Denen je so oft diesse Stadt Stralbuhe, das ist Strals Stat, wan Stral-Sund nennen.
30) P. II, 162/3. [Die Lübecker zerstören i. J. 1273 Stralsund.] Hiernach baweten die uberblieben Burger und die Rhüyaner die Stat widder, das Mererteil in Holtz wie zuuor. So brante sie nicht lange darnach noch einmal von irem eigenen Fewr gar aus. Darumb vereinigten sich die Burger samptlich das keiner widderbawen solte anders, wan von lawtern Steinen. Und haben Vertrag gemacht mit den Hollendern und andern Nidderlendischen, das sie in irer Stat solten alle Freyheit und Handlung haben, und haben von inen Gelt genhomen und sich auff genugsam Kalck und Steine und andern Vorrhat versorgt und die Stat aus lawterm gebranten Steine auffgebawet und die Gassen so hupsch gerade aus und das eine Haus wie das ander, das einer meinen moge, die Stat sey uberal in einer Stunde gebawet, und ist auch keine Sehstadt an dieser Ostsehe, die durchaus so einlich gebawet were als sie. Lubeck ist wohl grosser und hat an etlichen Ortern statlicher Hewser, aber so eintrechtig und gerade nicht durchaus wie der Sund. Und von diesser Zeit an ist der Sund so gestalt wie man ine noch sicht.
31) P. II, 437/8. [Stralsund] ist eine sehr wolerpawete stat von eitel zigelsteinen, vnd die hewser eins dem andern fast auch einlich, vnd die gaßen so ordentlich oder schnurgleich, als man keine jres gleichen an der gantzen ostsehe findet. Ist sehr stark und vheste, hat zehen thore, sechs zu wasser vnd vier zu lande. An der einen seiten leit es an der sehe, gegen dem lande zů Rhügen, auff der andern seiten hat es vmb vnd vmb große tieffe teiche vber armbrustschoß langk, dazwischen demme gehen, dadurch man zur stat khumpt, welche mit zwingern verwaret sein. Aber die stat hat gar keine welle, sondern zwüschen den teichen vnd der stat ist noch an etzlichen ortten ein kleiner graben. In der stat sein die gaßen sehr enge, vnd an allen ecken große ketten, die man vor die feinde vberhenget, vnd ist die stat dadurch so vheste, wo die bürger nhur menner wollen sein, das sie den feind mochten in die stat laßen, vnd auff jren hewßern stehen, vnd den feind in den gaßen mit steinen tot werffen[176].