Münze.
57) K., 266. [Ao. 1431.] Um dieselbig Zeit ist auch zum Sunde ein Muntzmeister gewest, Ladewich geheißen; derselbe hat die Müntz geringer geslagen, als das gemeine Korn was. Dasselbig ist man balde innen worden und hat ine der Rat in Oele sieden lassen. Wan die Straffe zu unsern Zeiten gehen solte, wurden viel Fürsten und Hern, ja auch der Rat in vielen Stetten selbst müssen gesoten werden.
58) K., 344/5. [c. 1490.] In dießen Jaren begunte sich allenthalben die Muntze sehr zu slimmern. Dan der Marggraff [= von Brandenburg] und andere umbliegende Fursten und Stette fillen ummerzu an dem alten Grad und erfulleten die Lande mit boser Muntz. Dem Exempel folgten auch die von Stettin und slugen gar geringe Pfenninge, die sie von irer Kleine wegen Vinckenawgen hießen; der gingen zwolffe auff einen markischen Groschen, und weren nhur am Merernteil eitel Kupffer... Hirnach enderte Hertzog Bugslaff aus beweglichen Ursachen die Muntz in dem Lande. Dan ob sie wol nach irer Würde sehr gut was, so was sie doch alzu klein. Und was man keuffte, da gab man der kleinen Müntz viel umb, und was doch in der Wyrde weinig und kham also, das auch die Pawren geringe Zinse und Pacht geben und das Land nach seiner Grosse und Gutte nichts Sonders trug. Und allen Genies und Frucht des Landes hetten die Frembden. Dan dieselben keufften alle Dingk wolfeel im Lande und gabens anderswor zwey oder dreimal so tewr widder. Derhalben lies er slahen newe Schillinge, der achtundviertzigk auff einen reinischen Gulden gingen, und setzte, das derselbigen sechzehen solten eine Marck gelten, das seint drey Marck einen reinischen Gulden; und slug auch Vierrichen, derselbigen gingen vier auff einen Schilling. Und tette alle Vinckenawgen und andere alte Müntz ab und gepot allen Stetten, das sie auff denselbigen Slag auch müntzen müsten, und legte den Underthanen auff, das sie nach den Marcken bezalen solten, und steyerte also die Zinse des Lands den Viertenteil hoher, als es zuuor gewest; dan wer zuuor drei alte Marck zu geben schuldig was [das seint III Ort], der hat sidder drei der newen Marck geben müssen, das seint vier Ort, und das hat groß im Lande aufgetragen und beid des Fursten und aller Underthanen Vermogen und Einkommen gebessert. Die alte Marck heist man eine stettinische oder eine Marck Finckenaugen, die newe Marck heißet man eine sundische Marck, von den Ortern da sie zum meiste gebrauchlich seint gewest. Er hat auch gantze und halbe Marckstucke von eitelm Silber geschlagen. Dieselben seint aber so sehr aus dem Land gekhomen und verruckt worden, das man in kurtzer Zeit keine mehr gesehen. Darum moste er auffhoren dieselben zu muntzen. Wie gut aber dieselbigen Schilling gewest, die er gemüntzet, sicht man itzund aus dem wol, das die Rostker auff einen Gulden der Muntz vier Schilling Auffgelt geben und ander Schilling nach derselbigen Wyrde widder daraus slagen.
59) K., 361. [Ao. 1496.] Er vergunte ime [der Kaiser dem Herzog Bugslaff]... das er und seine Erben auch mochten gulden Muntz slagen, welches sein Geslecht zuuorn nicht gethan... [366.] So hat er auch fhort goltgulden slagen lassen.
60) K., 373. [Ao. 1503.] Item von wegen der Muntz sollen sie [die Bürger von Stralsund] auff den Grad muntzen, da die Fursten auff müntzen, und wan die Fursten aus Ursachen den Hamer legen, sollen die vom Sunde auch keine grobe Müntze slagen, allein Witten und Pfenninge.
61) K., 319. 500 Marck Vinkenawgen das seint 125 fl. reinisch... Tawsent Marck sundisch, das seint 324 fl. ungeferlich. [Vgl. [Nr. 127].]
Handel.
62) K., 163. Ist alhie [Stralsund] von den Hollendern und andern nidderlendischen Kawflewten der großiste Handel gewest. Aber nachdem die Nidderlender nur tewrpar Ware fhüreten, domit sie ire großen Schiffe nicht beladen khonten und deshalben Steine und Sand vor Ballast haben eingenhomen, welchs sie, wan sie vor den Sund khemen in die Hafenung, die izt der Gellen heißet, ausgeworffen und die Hafenung so verschuttet haben, das man kawm drei Ellen hoch dadurch schiffen khan, welches ein unuerwintlicher Schaden ist, seint die Burger gegen die Niderlender unwillig geworden. [Vergl. [Nr. 28]; [30]; [39]; [44]; [51]; [58]; [64]; [69]; [81]; [88].]
Schiffahrt.
63) K., 397. Hiernach [am Rand: quo tempore incertum] zogen die Fursten sampt etlichen Reten und Dienern in einem Zesekhane von Wolgast uber das frische Hafft nach Stettin und hetten umb des Traurens willen, das Hertzog Georgen sein Gemahel abgestorben was [Amelia † 1525] alle Schwartz an. So treib ein ander Zesener auff dem Hafe; als derselbig der schwartzen Kleider gewart wurt, meinte er nicht anders, es weren schwartze Munniche. Und die Zesener seint mit den Zesekanen so behend und rüsch, das sie auch gegen den Wynt mit khonen lauffen und, wan sie wollen, sie so hurtig wenden, wie einer ein Pferd thut. So wolte der Zesener den Munnichen einen Pussen erzeigen und leufft gerade mit seinem Zesekhan auff die Fursten, als wolte er sie in Grund lauffen, und kham hart daran. Do schregen sie alle auff und stachen mit den Spießen nach ime und meinten nicht anders, er wurde sie in Grunt lauffen. Aber alsbald er hart an sie kham, wendete er im Huy den Khan und lieff domit darvon, und man wuste nicht, was es vor einer gewest was. Dan der Zeskane seint mehe dan hundert auff dem Hafe. So hette aber der Zesener noch nicht anders gemeint, sonder es weren Monniche gewest, und hette sich berhomet, wie er sie geschreckt. Und dasselbig erfhuren die Fürsten und ließen ine greiffen und (zu Ukermund) in den Torm setzen, aber er wart noch erpetten, das er das Lebend behielt. [Vergl. [Nr. 62]; [89]; [90].]