64) P. II, 437–464 ist über den Handel in Pommern zu vergleichen.
Handwerk.
65) P. II, 439. [Stralsund] In dieser stat ist one den rhat vnd kawffleuten nichts, das nicht in ein gilde oder werck geteilet were, vnd ein jglich handtwerck hat gemeinlich sein eigen gaßen ein, da sie zusammen wonen, damit ein handtwerck das ander nicht hindre. Man sagt, das hier allein viertzehn hundert treger seint, die nichts anders thun als das sie die waren aus den schiffen leuchten vnd in die stat tragen. [Vergl. [Nr. 74]; [82]; [88].]
Die Kleidung und Körperpflege.
66) K., 69. Anm. 1. Der Frawen [des Dobislaff in Stettin] schenckte Sanct Otto [Ao. 1124] ein feine latzken Cortze, und nach den achte Tagen der Tauffe gab er den Knaben hüpsche weisse Zindel Westerhembde mit gulden Leisten und zwey gülden Gürtel und bunte Schuch und lies sie wider zu Haws gehen[178].
67) K., 264. Anm. 1. [Ao. 1426.] Hie sagt man, weil so verdriesliche Handlunge war und die Stette den Vertrag nicht wolten annhemen und ine doch nicht zufriden lassen, das der Khonig [Erich von Dänemark] die Lenge hat die Stette in einen Hoff zu sich khomen lassen, dar man ubel rein und trucken hinein khonte khomen zu Fusse. So haben die Stette lange Kleider mit statlichem Mardern und anderm Futter angehapt und hat sich ein iglicher geschewet, durch den Kot zu gehen. Die Lenge ist der Burgermeister vom Sund N. herfurgetretten und hat gesagt: »Ey, was stehen wyr hyr? Mein Hern vom Sunde seint wol so reich, das sie myr einen newen Rock khonnen widdergeben.« Und ist demnach mit Fleis durch den Kot gleich zu, da der Khonig was, gegangen und hat den Rock nichts auffgehoben.
68) K., 349. [Bugslaff X hat Ao. 1496 zur Jerusalemfahrt] sich und die Seinen auff dreyhundert Pferde gerustet und in rot Lundisch gekleidet und ist also im Jar 1496 am Tag Lucie ausgezogen... Und hat... alle seine Diener zu Nurembergk von newen angekleidet und gab den Knechten diessen Reim M. M. D. M. M. von gulden Flittern auff die Ermel, aber den Junckern gab ern von eitel Perlen. Den Knechten lies er die Kappen umb den Rand von eiteln silbern Flittern besticken und den Junckhern von Perlen.
69) K., 414. [Die Pommern] ubernhemen sich auch sehr mit Kleidung und Geschmuck, also das nhu unter dem Adel bey den Mennern samit und seiden Gewand und bey den Weibern gulden und silbern Stucke, Perlen und grosse guldene Keten gar gemeine ist. So setzen inen die Burger auch frisch nach und heben gleich auch an, Sampt, Perlen und Golt zu tragen. Und den wollen die Pauren nichts nachgeben und tragen nhu engelisch und ander gut gewant je so schon, als ehemals der Adel oder Burger gethan haben, und ubersteigen sich so hoch domit, das sie es von dem Iren ubel khonnen ausrichten. Darum steyern sie alle Wahre so hoch, das nhu allerley viel tewrer ist, als es pflag zu sein, und die gutte Zeit gar untergehet. Ach wo ist die Zeit geplieben, do die Fursten zu iren hohisten Ehren nhur einen scharlachen Rock und etwar ein samit Wambs und ein par leidischer Hosen hette, wie ich noch aus einem alten Register gesehen, das Hertzogk Wartislaff nhur gehapt. Doselbst ist man auch boser Tag bewohnen gewest, und seint erfharne, weidliche Kriegslewte gewest, die das Ire vor ire Feinde haben verteidigen khonnen und es auch meren. Aber itzt ist zu besorgen, das die Pracht der Kleider und der Ubermot und das leckerige weichliche Lebend wird leider die alte pomerische Art beid an Starcke und Sitten sehr verarten, dan kein farlicher Dinck ist zur Tugent, Manheit und Kraft des Menschen wan lecker Wolltage und Pracht. [Vergl. [Nr. 2]; [110]; Pelzwerk [82]; [90]; Trauerkleidung [19]; [63]; Mönchstracht [132]; Ring [76]; — Bad [74]; [132].]
Gesellschaftliches Leben.
70) K., 299. Ist das Sprichwort wahr, das die Hoffart allein verterbe alle andere Tugend eins Menschen. [Scheltname vergl. [Nr. 3].]