Fig. 8.
Fig. 9.
Ein solches Gebiet der Flachornamentik, das seine eigenen Bildungsgesetze hat, liegt für die Fußbodenfliesen vor, und man hat gerade diesen in neuester Zeit so viel Aufmerksamkeit zugewendet, daß die Sammlung solcher Fliesen, welche das germanische Museum in Original und Abgüssen besitzt, eine beträchtliche Wichtigkeit um so mehr erhalten hat, als auch die Wiederanwendung von dergleichen jetzt häufiger geworden ist[29].
Fig. 10.
Fig. 11.
Die Fliese muß so hart als möglich gebrannt und, da sie eine Ebene bilden soll, möglichst wenig im Brennen verzogen, ferner, da sie ein Beleg des Fußbodens ist, nicht zu dick sein. Es ist also naturgemäß, den Fußboden, um dies alles zu erreichen, aus möglichst kleinen Stücken herzustellen. Diese können eine von einander verschiedene Farbe haben und nach allerlei linearen Mustern geschnitten sein; sie werden so in bloßer Zusammensetzung, ohne jede weitere Verzierung, einen angenehm aussehenden Fußboden bilden. Beispiele der Art sind auch in der Sammlung des germanischen Museums. Da jedoch die Belegung des Fußbodens mit verschieden geformten Einzelstückchen große Sorgfalt erfordert, langsam vor sich geht und vor Allem dabei nöthig ist, daß die einzelnen Stücke möglichst genau passen, so hat man complicierte Zusammensetzungen nur seltener gemacht; man hat sich in der weitaus größten Zahl von Fällen daran gehalten, einfach quadratische Plättchen von gleicher Größe nebeneinander zu stellen. Diese Plättchen sind in der Regel zwischen ein und zwei Decimeter im Quadrat angefertigt. Sehr viele zeigen nun ein in sich geschlossenes Muster als Verzierung. Ein Thier, eine Rosette oder Aehnliches schmückt jedes einzelne Plättchen.