So lautet eine nicht seltene Glockeninschrift. Die meisten Glocken, auf welcher sich dieser Anruf an die Mutter der Gnade und Barmherzigkeit findet, gehören Kirchen an, welche in der Diöcese Osnabrück oder Minden belegen sind. So steht er auf einer Glocke von 1540 in Barnstorf in der Grafschaft Diepholz, früher zur Diöcese Osnabrück gehörig; ferner in der gleichen Diöcese aus einer Glocke zu Holte von 1509, zu Lage von 1503, zu Oesede, Amts Iburg, von 1498, zu Riemsloh von 1522, zu Rulle von 1504, zu Sögel von 1516 und von 1518, zu Wallenhorst von 1515, auch zu Varrel in der Diöcese Minden auf einer Glocke von 1506.[78]
Alle ebengenannten Glocken zeigen die Inschrift vollständig so, wie sie oben mitgetheilt ist. Es kommen aber auch Abweichungen davon vor, indem in einigen Fällen nur ein Bruchtheil jener Strophe als Inschrift verwandt ist, theilweise auch noch unter Abänderungen des Wortlautes. So heißt z. B. die Inschrift einer Glocke zu Ostercappeln (in der Diöcese Osnabrück) vom Jahre 1502:[79]
anno domini m.ccccc.ii. maria mater misericordie,
tu nos ab hoste protege in hora mortis suscipe.
Es ist also die erste Zeile der Strophe fortgelassen. Dagegen fehlen die zwei letzten Zeilen derselben in der Inschrift einer Glocke der in der gleichen Diöcese belegenen Kirche zu Beesten von 1507, in der es heißt:[80]
maria mater gracie mater misercordie.
Die größte Kürzung zeigt die Glocke zu Bramsche, welche außer der Jahreszahl 1513 nur den Spruch enthält:[81]
Maria in hora mortis me suscipe.
Theilweise gehört hieher auch die Inschrift der Glocke zu Twistringen (früher der Diöcese Minden unterstehend), in der man den Spruch liest:[82]