1. Eine Schnitterin in Hohenwarth (im Gerichtsbezirke Ravelsbach) war auf dem Felde und sah daselbst auf der Erde etwas glänzen. Sie eilte hin und fand ein kleines goldenes Schüsserl, hob es auf und zeigte es dem Geistlichen des Ortes, welcher ihr sagte, daß sie dies Schüsserl gefunden habe, sei für sie ein großes Glück; es sei im Firmament geschmolzen worden und vom Regenbogen herunter gefallen. (Von einer nun 90jährigen Frau aus Hohenwarth.)

2. Während ein Mann in einem Weingarten bei Krems arbeitete, zeigte sich nach einem Gewitter ein Regenbogen, und ein Regenbogenschüsserl fiel dem Manne auf die Hand, daß es klingelte. Das Schüsserl war aber ganz schwarz, und der Mann gab es der Eigenthümerin des Weingartens, welche es zum Goldschmied trug, und dieser machte ihr daraus ein paar Ohrgehänge. (Aus Stockerau.)

3. Wo der Regenbogen die Erde berührt, da steht eine Schüssel voll Dukaten. (Aus Spillern bei Stockerau.)

Die bei 1 angeführte Volksmeinung von der vermeintlichen glückbringenden Eigenschaft der Regenbogenschüsselchen, findet sich übrigens auch noch anderwärts in Süddeutschland (vgl. Wuttke: Der Volksaberglaube der Gegenwart, S. 88–89), und ich glaube dabei noch bemerken zu sollen, daß man auf Island vom Regenbogen (regnbogi, friđarbogi) erzählt, daß derjenige, welcher an den Ort gelange, an welchem derselbe auf der Erde aufstehe, sich wünschen könne was er wolle. — (S. Maurer, Isländ. Volkssagen der Gegenwart, S. 185).

Stockerau in Niederösterreich.

C. M. Blaas.


Jäger vom Schlusse des 15. Jhdts.