132) Aus der Pfalz. Die Restaurationsarbeiten auf der Limburg machten es nöthig, nicht nur den westlichen Pfeiler der großen Kuppelung abzutragen und wieder aufzusetzen, sondern auch die kleinere nordwestliche Kuppel mit Cement auszuwerfen und eine Reihe von Fensterbögen zu renovieren. Nachdem nun zur Erleichterung der beträchtlichen Kosten vom Herrn Regierungspräsidenten v. Braun der Stadtverwaltung von Dürkheim ein Zuschuß von 300 m. bewilligt wurde, ist es ermöglicht, den Pfeiler in seiner ganzen bisherigen Höhe mitsammt dem Bogenaufsatz wiederherzustellen. Zugleich wird die arg vernachlässigte Krypta in einen besseren Zustand versetzt, indem Schutt und Unkraut aus derselben entfernt und die zahlreichen vorhandenen Trümmer von Säulen, Inschriften, Ornamenten, Fensterbögen etc. in geeigneter Weise aufgestellt werden. Die Schönheit der Krypta tritt jetzt erst in ihrer wahren Gestalt hervor und die über 100 Stück betragenden, theilweise höchst kunstreich ausgearbeiteten Gegenstände werden einen wirkungsvollen malerischen Schmuck der alten Klosterruine bilden.
(Nürnberger Presse, Nr. 278.)
133) Die Darmstädter Zeitung enthält in Nr. 285 einen Artikel über die Agathakirche in Mainz, deren Restauration geringe Anerkennung des Verfassers findet, jedoch das Verdienst hat, das bisher vermauerte Durchgangsthor zwischen Thurmhalle und Kirche wieder geöffnet zu haben, dessen derb gedrungene Gliederung auf das 12. Jahrh. hinweist, während sich in der Wölbung skulpierte Bogensteine von höchst alterthümlicher Erscheinung finden, deren Bloßlegung ein wirklicher Gewinn ist.
In den Altären fanden sich nebst Reliquien die Konsekrationsurkunden von 1410 und 1448 vor, die letztere in einem gerippten grünen Glase aufbewahrt. Da sich nur wenige Gläser aus dem Mittelalter erhalten haben, mindestens wenige datierbare, so bietet auch dieser Fund großes Interesse.
134) Ballenstedt, 11. Oktober. Das „B. Kr.-Bl.“ meldet: Die auf höchsten Befehl Sr. Hoheit des Herzogs durch den Bauinspektor Mauer in der hiesigen Schloßkirche am 7. d. M. eingeleiteten Nachforschungen nach dem Grabe des Markgrafen Albrecht des Bären haben insofern bereits einen günstigen Erfolg gehabt, als am Abend des 10. d. M. und heute früh durch den Obengenannten persönlich unter der, zwischen den beiden westlichen Thürmen der alten romanischen Kirche befindlichen Kapelle St. Nicolai (jetzt Speisekammer) das Vorhandensein zweier Steingräber mit menschlichen Ueberresten festgestellt wurde. Ob man wirklich das Grab Albrechts des Bären nebst Gemahlin vor sich hat, kann — wenn überhaupt möglich — erst nach Aufdeckung der Gräber ermittelt werden.
(Deutsch. Reichsanzgr., Nr. 242.)
135) Zu Herlisberg, ca. 6 Stunden von Luzern entfernt, bearbeiteten im Mai d. J. zwei Brüder einen Kartoffelacker, auf welchem, wie man erzählt, im vorigen Jahrhundert das Häuschen eines Waldbruders gestanden habe. Die Sage berichtet ferner, daß der Bewohner dieses Häuschens bedeutende Geldsummen besessen habe. Während der Arbeit fand kurze Zeit nach einander jeder der Brüder ein Goldstück, welche mir zur Bestimmung überbracht wurden. Das eine war ein Goldgulden des Erzbisthums Trier von Werner v. Falkenstein (1388–1418), das andere ein Goldgulden des Erzbisthums Cöln von Dietrich II. v. Mörs (1414–63) geprägt.
Luzern.
Ad. Inwyler.
(Numism.-sphrag. Anzeiger, Nr. 7 u. 8.)