136) Zu Döllen bei Groß-Welle im Regbez. Potsdam fand der Kossäth Ludwig Schulz beim Abbruch seines Stalles eine Anzahl Münzen im Gesammtgewicht von 5½ Pfund. Der Fund bestand zum großen Theil aus Thalern und einigen kleinern Münzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Näheres über den Inhalt hat sich leider nicht feststellen lassen. Der kleine Schatz ist angeblich in „feste Hände“ übergegangen; vielleicht aber begegnen wir ihm bald wieder bei einem der Berliner Münzhändler.
(Daselbst, Nr. 7 u. 8.)
137) Beim Ausschachten eines Grundstückes in Görlitz wurde Mitte September etwa 1½ Fuß tief in der Erde ein Topf mit über 600 Stück alten Münzen gefunden. Einige derselben hatten die Größe der früheren Zwei-Thalerstücke und trugen die Jahreszahlen von 1585 bis 1615; andere hatten Thalergröße und noch andere bezeichneten wieder Drei-Groschenstücke aus der Zeit von 1543 bis 1545. Die meisten der Geldstücke sind den früheren Acht-Groschenstücken sehr ähnlich und ziemlich gut erhalten.
(Daselbst, Nr. 9.)
138) Straubing, 27. Aug. Im sog. städtischen Zeughause hatten sich seit Jahrhunderten allerlei alte Waffen, Rüstungen, Bildwerke angesammelt; unbeachtet und unverstanden lagen die Sachen in jenen abgelegenen, dunklen und feuchten Räumlichkeiten, und in Straubing selbst werden Wenige eine Ahnung davon gehabt haben, daß dort hinten sonderliche Kostbarkeiten sich befänden. Wie das „Straub. Tagbl.“ mittheilt, fand Herr Hauptmann Wimmer, ein unermüdeter und erfolgreicher Forscher in historischen Dingen, daß hier äußerst werthvolles Material für eine interessante und lehrreiche Sammlung durcheinander liege, und war bereit, sich der vernachlässigten Schätze anzunehmen. In dem hellen, trockenen und geräumigen Saale am Stadtthurme ist nun eine Sammlung aufgestellt und in musterhafter Weise geordnet. Ihrer Herkunft entsprechend bestehet der größte Theil der Sammlung aus Waffen und Rüstungen. Außerdem sehen wir: Porträte berühmter Straubinger, wie Simon Höller, Ulrich Schmidl; Bilder bayerischer Fürsten und Fürstinnen; allerlei auf die Stadt bezügliches Bildwerk in Zeichnung und Vervielfältigungsdruck; Statuen in Thon und Stein; treffliche Werke alter Straubinger Meister, daneben auch Ausbeute sachkundiger Nachgrabungen nach Ueberresten römischer und altdeutscher Vorzeit.
(Südd. Presse u. Münchn. Nachr. Nr. 203.)
139) In Stockholm ist ein historisches Artillerie-Museum nach dreijähriger Arbeit von dem Artillerie-Hauptmanne F. A. Spak vollendet und dem Publikum geöffnet worden. Dasselbe enthält 12 Abtheilungen: Kanonen und Fuhrwerke; Modelle; Geschoße zu Geschützen; Instrumente, Ladewerkzeuge etc.; Kanonenmetalle und Modelle von gesprengten Kanonen; Sattel- und Riemenzeug; Kleidungs- und Ausstattungsstücke; Fahnen und Standarten; Handschußwaffen; scharfe Waffen; Geschosse zu Handwaffen; Werkzeuge zur Gewehrfabrikation, zum Kugelgießen etc. Dazu gehört auch ein Archiv mit etwa 1000 Zeichnungen vom Jahre 1500 bis zur Neuzeit, Abbildungen und einer Sammlung älterer und neuerer artilleriewissenschaftlicher Werke. Etwa 200 Kanonen, deren Mehrzahl Kriegsbeute ist, sind reihenweise im Hofe des Museums aufgestellt; andere stehen im Erdgeschosse, darunter 8 französische, welche der General Cardell von Leipzig heimgebracht hatte. Als Werthgegenstände sind ein paar Falkonette und eine Feldschlange zu bezeichnen, die als Kriegsbeute aus dem polnischen Kriege Karls X. herrühren. Die reich mit Figuren und Wappen verzierten Falkonette sind 1557 in Nürnberg gegossen. Die Reihe der Geschütze setzt sich fort bis zu den neuesten. Die Wände und Pfeiler der Gallerie sind mit den Uniformen des schwedischen Heeres vom Jahre 1600 bis heute geziert. Die Gewehre, Pistolen, Hieb- und Stichwaffen gehen zurück bis zum Jahre 1500. Alle Handwaffen, 800 an der Zahl, sind streng systematisch nach der Zeit und nach den Ländern, denen sie zugehören, geordnet.
(Deutsch. Reichsanzgr., Nr. 193.)
140) In den Tagen vom 30. September bis 2. Oktober hielt die historische Commission ihre diesjährige Plenarversammlung.
Nach dem Geschäftsbericht über das verflossene Jahr und den im Laufe der Verhandlungen gemachten Mittheilungen sind alle Arbeiten der Commission in erfreulichem Fortgang. Seit der vorjährigen Plenarversammlung sind im Drucke fertig geworden: