Aus einem Briefe d. d. 3a p. Quasim. (6. April) 1540 im lib. miss. v. 1539 erfahren wir, daß Florian einen gewissen Cyriacus Preusse in Hirschberg zum Schwiegersohne gehabt. Dieser hatte sich bei dem Goldschmiede über Gewaltthätigkeiten seiner Mitbürger beklagt, „darunter er verwundet und gelähmet ist worden,“ und auf Bericht des Schwiegervaters machen nunmehr die Görlitzer den Hirschbergern Vorstellungen.

Dieselbe Handschrift enthält ein Schreiben an den Bischof von Bamberg, d. d. dominica p. Martini (14. Nov.) 1540, welches uns mit Andreas Stoß bekannt macht. Der wesentliche Inhalt davon ist: Unser Mitbürger Florian Stoß hat uns (sc. dem Rate von Görlitz) Bericht gethan, daß unlängst Herr Dr. Andreas Stoß, Provinzial des Karmeliterordens, sein leiblicher Bruder, zu Bamberg verstorben sei, davon er hofft, daß die hinterlassene Barschaft des Herrn Dr. nicht unbillig auf ihn solle vererbet werden; es wird demnach gebeten, dazu beizutragen, daß ihm in Kraft des Testaments Zahlung folgen möge als einem armen Manne mit Weib und Kindern. — Darunter folgt die Bemerkung, man habe mutatis mutandis auch an den Bamberger Magistrat geschrieben.

Somit wäre nun auch wieder das Todesjahr, eines der vielen Sprößlinge Meister Veits nachgewiesen. Das in dem Briefe erwähnte Testament ist höchst wahrscheinlich dasjenige, dessen in Dresden befindliches Fragment ich in Nr. 10 des Anzeigers, Sp. 307 f. mitgetheilt habe.

Bunzlau.

Dr. Ewald Wernicke.


Hans Sunder von Cronnoch.

Unter diesem Namen wird ein Taschner, welcher 1530 in Görlitz für 3 Schock das Bürgerrecht gewinnt, im dortigen Bürgerkatalog (1515 angefangen) angeführt. So wenig die Persönlichkeit selbst auf Interesse Anspruch erheben darf, so interessant ist es doch, einen Mann gefunden zu haben, dessen Bezeichnung zur Entscheidung der Frage nach dem wirklichen Familiennamen von Meister Lucas Kranach herangezogen werden kann. Ich glaubte deshalb, diesen Findling nicht unerwähnt lassen zu dürfen.

Bunzlau.

Dr. Ewald Wernicke.