Die Redaktion.

[2] thon Broyle = zum Brühle, hier Nomen proprium; — „der Brühl, mit Gras und Büschen bewachsene tiefe Fläche; bebuschte, tiefe, nasse Sumpfwiese, Sumpflache.“ Weigand, Wörterbuch I2, 242.

[3] Infolge Beschneidung auf der rechten Seite der Urkunde, sind einzelne Worttheile weggefallen; das in Klammern Beigefügte ist Ergänzung derselben.

[4] Tegeder. Das Loener Hofrecht gibt für diesen 4 an, die von den Hofgenossen gewählt und von des Amthofes wegen besonders in Eid und Pflicht genommen wurden. Ihnen lag ob, alles bei der Hofsprache anzubringen, wodurch das Recht des Hofes oder der Genossen gekränkt worden. „Tegeder“, meint Niesert (a. a. O., S. 38), „hießen sie von Teken oder Tegen — ein Zeichen: einer, der etwas aufzeichnet, ein Tegeder.“ Ich vermag dieser Ansicht nicht beizupflichten. Besser wird das Wort mit dem hochdeutschen zeihen (criminari, arguere) zusammengebracht, wovon auch Inzicht = Beschuldigung, Inzichtverfahren = Rügeverfahren. Zeihen lautet niederdeutsch tîhen, tîgen und das davon abzuleitende Substantiv tigeder, tegeder.

[5] eynweldich, Adjectiv von niederd. wald, Gewalt: allein gewaltig, mächtig; einweldigen (in das Gut)... immittere in possessionem (Haltaus).

[6] Der Ausdruck wird durch Vorführung analoger Stellen, welche zur Gerade gehörige Gegenstände aufzählen, klar werden: golt und silver vngewercht...; geschmiedet gold und silber...; alle silber und golt das gebeuget...; silber und gold so gebogen ...; all eir klenodie tot eirem live der frawen ringe, vmbgehenge ...; hare (ihre) silveren und gülden ringe, ook den daer haer man se mede getrouwet heft, item haren gördel, büdel u. dat gelt so darin ist...; dat beste gulden vingerlein (Ring)...; weibliche kleider und gezierde, fürspan, ringe, fingerlein, heftlein, geselschaft (?), halsband, ketten silbern und gülden, berlen, krenze und berlenbendlein, karellen (Korallen) und andre schnüre, die die frawen tragen, silbern gürtel und seiden borten mit golde oder silber beschlagen, pacifical (gehenkelte Thaler) so die frawe an ir getragen... (s. diese Stellen bei Grimm, Rechtsalterthümer II, 577–582.); — mer hedde sie gelt, oft buntwerk.. (Loener Hofrecht, Art. 12);... vnuerschmydet gelt, syden want.., (das., Art. 35).

Die Vergleichung des Ausdrucks vngesmedet golt mit den angezogenen Stellen führt fast mit Nothwendigkeit auf die Erklärung durch „gemünztes Gold“, im Gegensatz zu dem zu Schmuck und Kleinodien verarbeiteten.

[7] Im Loener Hofrecht begegnet auch „den houe syn vordel“ (Art. 12) und „dair houes voirdell“. Vordeel = praecipuum, Voraus. Wenn die Frau ein abgesondertes Vermögen besaß, konnte dem überlebenden Manne ein gewisses Voraus zustehen. Einige friesische Rechte, denen sonst das eigentliche Herrgewäte fremd ist, scheinen ein solches Voraus zu gewähren: „item wan einer der eltern mit den kindern verstirbet und die güter zu theile gehen, lebet dann der mann, so gebühret ihm voraus sein brautbett, sein stuhl mit den küssen, darauf soll er seinen besten rock hängen und sothane kleider, damit er ehrlich durchs land gehen mag, dazu sein gewehr und eine dwele (Tischtuch), so längst den tisch recket, mit den küssen so bei dem tische auf der bank liegen.“ Vgl. hier und weiter Grimm, a. a. O. S. 576 u. 582.

In unserem Falle ist der Inhalt des als bekannt vorausgesetzten Vordeels nicht angegeben.

[8] Jac. Grimm, Weisthümer III, S. 147. J. Niesert, das Recht des Hofes zu Loen, S. 47.