21) Auf der Feldmark von Groß-Lichterfelde haben die Herren Professor Dr. Schottmüller und Baumeister Schuffenheimer aus Zehlendorf altwendische Begräbnißplätze aufgefunden. Die Ausgrabungen fanden unter Aufsicht genannter beiden Herren statt; leider waren nur noch wenige Gräber vollkommen erhalten. Einige waren von einem Steinwall umgeben, bei anderen war derselbe zertrümmert; man hatte die Steine bereits vor sieben Jahren behufs Pflasterung der Straßenanlagen von Lichterfelde ausgegraben. Es fanden sich Bronzeringe und Pfeilspitzen vor, außerdem mit Asche und Knochenresten angefüllte Urnen, die jedoch an der Luft zerbröckelten. Neuerdings ist man einem anderen Begräbnißplatz auf der Spur, und sollen die eventuellen Nachgrabungen in der nächsten Woche stattfinden. Die gefundenen Gegenstände sind dem märkischen Museum überwiesen worden.
(Correspondenzblatt d. Ges.-Ver. d. d. Geschichts- u. Alterthumsvereine, Nr. 12.)
22) Fr. Plaut berichtet in seinem „Führer durch Meran und dessen Umgebung“ (Meran, 1879), Seite 119: „Auf dem Sinnichkopf seien uralte, äußerst interessante Reste eines Befestigungsbaues deutlich sichtbar. Die Cyclopenmauern deuten vorrömische Zeit an.“ Eine genauere Besichtigung ergab, daß wir es mit einem wirklichen Bauwerke dieser Art zu thun haben. Es ist diese Entdeckung um so werthvoller, da wir in Tirol wol römische Grabstätten und Hünengräber besitzen, aber nur einen vorrömischen Bau auf dem Sinnichkopf. Wir hoffen, daß weitere Nachforschungen gepflogen und Nachgrabungen veranlaßt werden.
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23) In der Pfarrkirche Partschins bei Meran sind werthvolle Fresken aus dem 16. Jahrh. entdeckt worden. Ein sehr gut componiertes Bild, das letzte Gericht vorstellend, wurde aber wieder übertüncht.
Z.
24) Donaueschingen. Beim Sprengen eines Felsens, auf dem die Kirnberger Burgruine steht, wurde ein Verlies geöffnet, in welchem sich viele Menschenknochen und eine Anzahl von Folterwerkzeugen vorfanden.
(Schwarzw. Bote, Nr. 39.)
25) In der Bibliothek des kärntnerischen Geschichtsvereins zu Klagenfurt ist durch den Archivar Janku ein interessanter Fund gemacht worden. Ein Pergamentblatt, das bisher die Außenseite eines Buchdeckels bildete, zeigte sich, nachdem es sorgfältig von der Pappe losgelöst worden war, auf beiden Seiten beschrieben und weist in je vier Colonnen gegen 330 Verszeilen auf. Sie enthalten zwei Abschnitte aus Ottokar’s von Horneck (Ottokar von Steiermark) Reimchronik.
(Augsbg. Postztg., Nr. 12.)