Et cum vir splendens ornatus nobilitate
De Mediolano de Turri sic Alamannus
Urbem florentem gaudenti corde regebat u. s. w.
Wer weiß, ob der deutsche König oder Kaiser, wäre er ein Staufer gewesen, genannt worden wäre neben Papst Alexander, Rinaldo de’ Conti, dem Verwandten Innocenz’ III. und Gregors IX.? Aber der Graf von Holland, welchen Innocenz IV. im Jahre zuvor „plantulam nostram nostrisque manibus consitam“ genannt, und dessen Wahl sein Legat Cardinal Pietro Capocci zu Stande gebracht hatte, welcher auch der Belagerung des dem neuen Könige die Thore verschließenden Aachen beiwohnte, war auch dem guelfischen Florenz genehm, welches überdies von dem fernen, ohnmächtigen Nachfolger der Ottone, Lothare, Heinriche und Friedriche nicht belästigt zu werden befürchtete. Kaum war die Inschrift fünf Jahre alt, so hätten die Reisigen König Manfreds sie lesen können, die nach der Schlacht von Montaperti (4. Sept. 1260) in die von den Guelfen geräumte Stadt einzogen, als Rex Guilelmus längst auf friesischem Eise den Tod gefunden hatte, welcher nicht ein Jahrhundert später einen andern Grafen von Holland, auch Wilhelm geheißen, aber nicht aus demselben Hause, durch die Waffen desselben Volkes ereilte. L. Passerini, der florentinische Historiker, welcher die Inschrift in einem Aufsatz über den Palazzo del Podestà (wieder abgedruckt in den Curiosità storico-artistiche fiorentine, Bdchn. I., Flor. 1866) mittheilt, macht aus dem „Rex Guilelmus“ einen „Guglielmo di Nassau.“ Eine eigenthümliche Exemplification des „Coming events cast their shadows before.“
Burtscheid bei Aachen.
A. v. Reumont.
Ein deutscher Astronom in Ancona 1499.
Im März 1499 beriefen vier angesehene Bürger von Ancona: Niccolò Grassi, Bartolommeo Alfei, Jacopo Lucidi und Andrea Stagi, den deutschen Astronomen Johannes, Verfasser des 1488 in Augsburg, 1494 in Venedig erschienenen „Astrolabium planum“, zum Behuf astronomischen Unterrichts. Der „Magister Johannes teotonicus astronomus“ sollte ein Jahr lang, vom April beginnend, „legere operam teoricam planetarum alchabitium et tabulas alfonsi,“ für welche Vorlesung er, außer Wohnung und Bett, ein Honorar von 30 Ducaten Gold erhalten sollte. Falls andere Scolaren an den Vorträgen theilnehmen, würde das fernere Honorar dem Magister Johannes zu Gute kommen. Der Contract vom 23. März 1499, im Notariats-Archiv gedachter Stadt, wurde gedruckt von A. Rossi im Giornale di erudizione artistica, Bd. VI, S. 196. (Perugia 1877 — erst kürzlich ausgegeben.)
Bartolommeo Alfeo, Rechtsgelehrter, verfaßte Anconitanische Annalen vom Ursprung der Stadt bis zur Wahl P. Julius’ III. (1550), so daß er bei der Berufung des deutschen Astronomen in sehr jungen Jahren gestanden sein muß. Vgl. Ciavarini, Collezione di documenti etc. delle città Marchigiane, Bd. I. (Ancona 1872) u. v. Sybels Histor. Zeitschrift Bd. XXIX.