Unter den Genossenschaften, welche ihre eigenen Kapellen mit Altarministerien längs der Seitenschiffe genannter Kirche besaßen, zeichnete sich die Marienbruderschaft der Bürger, wenigstens so lange der katholische Kultus der herrschende war, durch Mitgliederzahl, prächtig ausgestattete Kapelle mit (heute trümmerhaftem) großem Klappaltar, zu der man auf einer herrlichen, steinernen Balustrade emporstieg, Privilegien, Ablaßbriefe, Kleinodien und Reliquiarien vornehmlich aus.[362] Die Mehrzahl der letzteren entstammte einer Schenkung des Ulrich von Hasenberg,[363] Herren „in Budina,“ welche sein Blutsverwandter, der Breslauer Bischof Jodocus von Rosenberg (1456–67) durch Urkunde d. d. Neisse Nov. 21. 1464 bestätigte. (Schw. Pf.-A.) Die von seinen Vorgängern (predecessores) überkommenen Heiligthümer waren nachstehende: Primo reliquie Christi: de ligno domini, de mensali dni., de purpura dni., de collumpna flagellacionis, de pane (!) in cena dni. relicto cum apostolis, de presepe dni., de loco, ubi Christus crucifixus est, de aurea porta, de terra sancta, de virga Moisi. (!) Secundo reliquie b. Marie virginis[364]: de capillis b. Virg. (!), de peplo euisdem ... Reliquie apostolorum: Petri, Pauli, Andree, de tunico Johannis ap. et evang. Bartholomei, Jacobi maioris, Jacobi, Philippi, Thome, Mathie, Simonis et Jude ... Reliquie sctor. patronorum martirum: Viti, Wenceslai, Sigismundis, Adalberti, Procopii confessoris, Cosme et Damiani, Ludmille, X milium militum,[365] Georgii Laurencii ... Reliquie confessorum sctor.: Augustini, Dionysii, Antonii, Erasmi, Martini ... Reliquie Virginum: XI M. Virginum, Katherine, Barbare, Benigne, Apollonie, Marthe, Marie Magdalene .... Reliquiae Viduarum sctar.: Anne, matris Marie, Hedwigis, de pallio S. Elizabeth. — Ueber die Kultgeräthe fanden sich dagegen nur folgende Angaben: „der silberne Kelch hot an gewicht 2 margh ½ lot; der vorgulte .. 4 margk ehrlich. (gewogen 17. Juli 1555); mehr ein kleyn vorgult pacifical mit 14 roten corallen; heilthum de sancta cruce, X milia militum.“ Die beiden Kelche renovierte 1629 der Goldschmied Caspar Andris für 3

25 gr. Derselbe Meister richtete 1630 die Monstranz zu, vergoldete den Melchisedek und setzte ein venedisches Glas hinein (8

27 Gr.); 1632 beschlug er ein für 9

erkauftes Missale mit Silber, 43 Loth an Gewicht (21 ½

).[366] Die 1629 vom Kannengießer Balth. Beer verfertigten Leuchter wogen 36