(Nürnb. Presse, Nr. 233.)
103) Cöln, 29. August. Die Restaurationsarbeiten an unserer Apostelkirche, einem Baudenkmal ersten Ranges aus der Blüthezeit des romanischen Stils, nehmen den erwünschten Fortgang und sind bereits so weit gefördert worden, daß voraussichtlich mit Ablauf der diesjährigen Bauperiode die prachtvolle, dem Neumarkt gegenüberliegende Ostpartie der Kirche, einschließlich des reich profilierten Sockels, fertiggestellt sein wird.
(D. Reichs-Anzeig., Nr. 205.)
104) Die Abteikirche zu Knechtsteden bei Neuß, ein edler romanischer Bau des 12. Jahrh., die i. J. 1869 durch einen in den Wirthschafts-Gebäuden ausgebrochenen Brand zum Theil zerstört und demnächst mit einem Nothdache versehen wurde, droht nach einem Berichte der K. Z. die Gefahr allmählichen Untergangs, wenn nicht Maßregeln zur dauernden Unterhaltung des Bauwerks getroffen werden. Zur vollständigen Herstellung desselben in alter Schönheit sollen nicht mehr als 60000 m. gehören; die Kosten für Unterhaltung des Daches und der Wasserabflüsse sind für die nächste Zeit auf nur 150 m. im Jahre veranschlagt; aber es fehlt an öffentlichen Fonds, aus denen diese Kosten bestritten werden können.
Wiederum ein Beleg für die traurigen Verhältnisse, die in dieser Beziehung in Deutschland herrschen, wenn man sich der Aufwendungen erinnert, die Frankreich alljährlich für seine historischen Baudenkmale macht. Es ist vorgeschlagen worden, daß im Kreise Neuß ein Verein ad hoc gegründet werden solle, der zunächst die obenbezeichneten Unterhaltungskosten aufzubringen sich zur Aufgabe stellt.
(Deutsche Bauzeitung, Nr. 66.)
105) Antwerpen, 25. Aug. Unserer Stadt droht ein großes Unglück: der Thurm unserer berühmten Kathedrale erweist sich so baufällig, dass man seinen Einsturz befürchtet, wenigstens seiner Spitze von der letzten Galerie an. Zum Bau derselben soll nämlich, wie es heißt, ein Stein verwendet worden sein, der den Einflüssen der Witterung nicht genügend Widerstand zu leisten vermag. Die Spitze ist dem Ruine nahe.
(Augsb. Postztg., Nr. 201.)
106) Frankenberg, 13. August. 1879. Aus dem westlichen Amtsbezirk. Zu den mineralogischen Funden beim Bau der Chemnitzthalstraße (Granaten, deren und oft ziemlich große noch alltäglich aufgelesen werden) ist in voriger Woche ein archäologischer hinzugekommen. Unweit der Bräunig’schen Fabrik in Reitzenthal förderten Bodenarbeiter ein irdenes Gefäß zu Tage, in welchem sich etwa 40 Silber-Bracteaten von der Größe eines Guldens befanden. Deutlich zeigten diese überaus dünnen Münzen auf der einen Seite die Figur eines Adlers. Der scharfen Prägung wegen darf man vermuthen, daß die letztere in eine an Edelmetallen noch arme Zeit fällt, wo man es damit noch genau nahm, also wohl früher als die Entdeckung der Freiberger Silberminen. Leider konnte nur die größere Hälfte des Fundes an die Behörden abgeliefert werden, da die Arbeiter, in der Meinung, es sei etwas „Verbanntes,“ mit dem Gefäße übel umgegangen waren.
(Frankenberger Tagebl., Nr. 189.)