Von Pasoeroean im Sádos-Zweispänner (s. oben) durch schattige Alleen auf guter Straße durch das Dorf Gondang-wètan, mit lebhaftem Markt, in 11/2 St. nach Pasrepan am Fuße des Berges; von da mit kleinem Bergwagen (s. oben; wenig Gepäck, wollene Decke und Überzieher mitnehmen!) durch dichten tropischen Urwald steil bergauf nach Poespo (kleiner Gasthof und Sanatorium), 630 m. Nach Einnahme des Reistafelfrühstücks geht man in 3 St. hinauf bis Tosari; wem die Hitze zu groß, nehme Reitpferd (2 Fl.) nebst Saumpferd (2 Fl.) für Gepäck (größere Koffer werden von Poespo durch Kulis [je 60 cts.] hinaufgetragen), oder für Damen Tragsessel (3,60 Fl.) mit 6-8 Trägern (je 60 cts.). Ein guter Weg führt in vielen Windungen bergan durch den mit großen schwarzen und grauen Affen und überraschend buntfarbigen Vögeln belebten Urwald, zuletzt durch Felder, mit europäischen Gemüsen und Kartoffeln, Mais und Zwiebeln.

Tosari (1777 m; Sanatorium Tosari, 1845 begründet, Dir. und Arzt Dr. Fangmann, vorzüglich, angenehme Geselligkeit, Zimmer telegraphisch vorausbestellen, Telephon nach Pasoeroean, Pasrepan und Poespo, 104 Z., F. 2, Lunch 2, Din. 2,50, Pens. 7 Fl.; noch etwas höher das Kurhaus Tengger [1840 m], Inhaber J. Elfferich, Z. 5-6 Fl.), die höchste Sommerfrische Javas, wird wegen seines frischen und trocknen Bergklimas (Luftwärme zwischen 10 und 20° C) viel von Erholungsbedürftigen besucht. Schöner »europäischer« Garten am Kurhaus. Im April und Mai sowie Oktober und November ist Tosari am stärksten besucht. Spaziergang zum *Nymphenbad mit prächtigem Wasserfall in 40 Min.

Besteigung des Bromo. Von Tosari Aufstieg zum *Bromo (2300 m) möglichst früh vor Sonnenaufgang zu Pferde (besser als im Tragsessel); zu Fuß hin und zurück ist etwas anstrengend, da man sowieso zu Fuß klettern muß. Führer 90 cts.; Zeit zur Besteigung etwa 3-4 St. Die Gegend zeigt anfangs europäisch-alpinen Pflanzenwuchs (Wolfsmilch, Brombeeren, Kamillen, Rhododendron, Alpenveilchen, Edelweiß, Baldrian, Erdbeeren, Vergißmeinnicht etc.). Auf halber Berghöhe prächtiger Ausblick nach S., auf den höchsten Berg Javas, den Vulkan Semeroe (3676 m), dessen ovaler Riesenkrater von 9 km Durchmesser in 2125 m Höhe mit Asche ausgefüllt ist (nur der Kilaueakrater, S. [422], ist noch größer). Nach etwa 2 St. Ritt erreicht man den Moenggal-Paß (2482 m); der Weg teilt sich, l. erreicht man nach kurzer, steiler Steigung eine kleine Fläche, auf der eine Hütte steht; dort, am innern, schroffen Abhang, *Blick auf den etwa 200 m tiefer liegenden Sandsee des alten Tengger-Vulkans, dessen Riesenkrater von etwa 8 km Durchmesser mit Sand gefüllt ist; im Sandsee (Dasar) erheben sich vier kleine Vulkankegel: der Widodarèn, der Giri (von N. gesehen, hinter ersterm), der stets tätige Bromo und der alleinstehende Batok. Nun etwa 200 m mühsamer Abstieg (Pferde besser führen) zum Sandsee, dann Ritt über den Sand in 3/4 St. westl. und nw. um den Fuß des Batok zum Fuße des Bromo bis zu der neuen Steintreppe, die mit etwa 250 Stufen zum obern Kraterrand führt, wo die Pferde mit Kulis zurückbleiben. Dann Aufstieg zum obern Kraterrand des Bromo (2300 m). Auf 3/4-Höhe hört man schon das grollende Donnern und Dröhnen des Bromo; man glaubt, der Krustenrand zittere.


Oben ist eine breite Fläche, wo man das von den Kulis heraufgebrachte Frühstück verzehrt. Ein etwa 1/2 m breiter Fußpfad (nur Schwindelfreien zu empfehlen) führt in 1 St. um den 200 m tiefen Kratertrichter herum, dessen Anblick Hans Meyer wie folgt beschreibt:
»Aus dem Boden heben sich wiederum zwei kleinere Kegel, die zurzeit von kleinen, schmutziggrünen Teichen ausgefüllt sind und bisweilen große Blasen treiben. Dicht daneben aber gähnt unter einem überhängenden Fels ein feuriger Schlund, so furchtbar großartig, daß die Phantasie eines Höllenbrueghel keinen greulichern Höllenschlund hätte ersinnen können. Daraus fährt sausend, zischend und heulend eine Glutflamme, angefacht wie von Tausenden von Hochofengebläsen und tobend, daß man mühsam seine fünf Sinne zusammenhalten muß, und hoch über uns verdichten sich die Wasserdämpfe zu jener weißen Wolke, die wir schon vom Rande des großen Kraters aus beobachtet hatten. Ich machte trotz der Einwendung meines Führers einen Versuch, in den Krater hinabzuklettern, fand aber an der abschüssigen Wand und in dem nachrutschenden Sandschlamm so wenig Halt, daß ich schleunigst umkehrte.«
In der Nähe von Tosari liegt ein *Tenggeresen-Dorf, dessen Bambushütten viele kleine Kammern haben. Die Tenggeresen sind Ureinwohner, die noch der alten javanischen Naturreligion treu geblieben sind; sie sind ein sittsamer, friedlicher und fleißiger Volksstamm, deren Andachtsstätte der Bromo ist, in dessen Sandmeer sie sich an jedem zwölften Vollmond mit ihren Priestern (Dunkun's) in Festkleidern versammeln, dort Gelübde erfüllen (z. B. Tänzerinnen tanzen lassen); schließlich wird auf ein Zeichen des Oberpriesters unter Vorantritt aller Priester von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern der etwa 220 m höhere Kraterrand des Bromo erstürmt; oben werden als Opfer Früchte, Hühner, Kleider, Münzen, Kuchen niedergelegt, von den Priestern gesegnet und dann in den Krater geworfen (wobei Jungen aber im innern Kraterrand auffangen, was sie fassen können). Das Opfer gilt für die Seelen der Verstorbenen, die ein Fegfeuer im Bromokrater durchmachen müssen, ehe sie auf den Gipfel des benachbarten, 1000 m höhern Seméroe, wo ihr Gott-Vater Batoro Guru lebt (die Walhalla!), gelangen.
Wer vom Tengger-Gebirge noch mehr sehen will, kehrt nicht nach Tosari zurück, sondern reitet durch den Sandsee nach dem Passe von Ngadisari, nach etwa 200 m Aufstieg wird der Oberrand des Tenggerberges wieder erreicht, auf dessen äußerm sanften Hang das von grünen Wiesen und Bäumen umgebene höchste Tenggeresendorf Ngadisari liegt. Nach 1-2 St. gelangt man weiter auf landschaftlich sehr schönem Gebirgsweg (mit vielen steilen Abhängen und schwierigen Stellen) nach Soekapoera, wo man in dem prachtvoll gelegenen Rasthaus, pasanggrâhan, übernachtet (gute, reine Betten). Man telegraphiere schon von Tosari zum Residenten von Pasoeroean um Erlaubnis zum Übernachten im Rasthaus. In Soekapoera bestelle man telegraphisch von Probolinggo einen Wagen zum Fuß des Gebirges. —Am andern Morgen recht früh zu Wagen (6 Fl.) in etwa 6 St. nach Probolinggo (Hotel Egener, gut), Bahnstation und kleiner, malerischer Seehafenplatz mit 8000 Einw., an der Madoerastraße, mit schönen Tamarinden-Alleen. Von hier zurück mit der Eisenbahn (100 km) über Soerabaja (S. [208]) nach Batavia (S. [195]).


Von Tosari sind sehr viele schöne Ausflüge auf guten Pferden (Tarif im Sanatorium) zu machen; die Leitung des Sanatoriums gibt Auskünfte und besorgt alles. Man muß stets sehr früh aufbrechen, da mittags meist Nebel eintritt. Sehr schön und bequem ist der Ritt nach dem *Penandjaan (2780 m); man hat das Sandmeer tief unter sich und schaut in den Bromokrater hinein. Prächtiger Rundblick!

II. China, Philippinen, Sibirische Bahn, Korea, Japan.
11.Südchina: Von Singapore nach Hongkong. Kanton. Macao. Philippinen: Manila S. [214]-[240]
Südchines. Meer S. [214]. — Südchina S. [215]. — Hongkong S. [220].
— Kanton S. [225]. — Macao S. [233]. — Von Hongkong nach
Manila S. [234]. — Philippinen S. [235].
12.Von Hongkong nach Schanghai. Yangtse-Fahrt S. [240]-[265]
Swatau. Amoy S. [241]. — Futschou S. [243]. — Kuschan. Jungfu. Ningpo S. [244]. — Insel Formosa S. [245]. — Ostchines. Meer. Schanghai S. [246]. — Yangtse-Fahrt Schanghai-Hankau-Itschang S. [254]. — Nanking S. [256]. — Minggrab S. [257]. — Kiukiang S. [258]. — Hankau S. [259]. — Itschang S. [262]. — Tschungking S. [263].
13.Nordchina: Von Schanghai nach Tsingtau, Tientsin und Peking S. [265]-[280]
Kiautschou S. [266]. — Tsingtau S. [267]. — Lauschangebirge S. [270]. — Tsinanfu S. [272]. — Küfu S. [273]. — Tientsin S. [275]. — Weihaiwei. Tschifu S. [278]. — Tongku S. [279].
14.Peking und Umgebung S. [280]-[301]
Große Chinesische Mauer S. [295]. — Minggräber S. [296]. — Jehol S. [297]. — Peking-Hankau S. [299].
15.Von Berlin nach Moskau und auf der Sibirischen Bahn überCharbin nach Wladiwostok, Dairen u. Peking S. [301]-[329]
Moskau S. [305]. — Tomsk S. [314]. — Krassnojarsk. Jenissei. Irkutsk S. [315]. — Baikalsee S. [316]. — Amurfahrt Srjetensk-Chabarowsk S. [317]. — Charbin S. [318]. — Wladiwostok S. [320]. — Chabarowsk S. [323]. — Von Charbin nach Dairen S. [323]. — Mukden S. [324]. — Chienshan. Dairen S. Port Arthur S. [327]. — Von Charbin nach Peking S. [328].
16.Korea S. [330]-[337]
Von Mukden nach Söul S. [331]. — Tschimulpo S. [332]. — Söul S. [333]. — Von Söul nach Fusan und Shimonoseki S. [336].
17.Japan. Von Schanghai nach Nagasaki, durch die Binnenlandsee nach Kōbe, über Osaka, Kyōtō nach Yokohama, Tōkyō und Nikkō S. [341]-[411]
Ostchines. Meer S. [348]. — Nagasaki S. [349]. — Eisenbahn Nagasaki-Moji. Kagoshima. Dazaifu. Hakata S. [353]. — Von Nagasaki durch die Binnenlandsee nach Kōbe S. [354]. — Shimonoseki S. [355]. — Eisenbahn von Kōbe über Osaka und Nara nach Kyōtō S. [356]. — Eisenbahn von Shimonoseki nach Kōbe S. [358]. — Kōbe-Hyōgo S. [361]. — Kyōtō S. [369]. — Über den Hiyei-zan zum Biwasee S. [377]. — Hozugawa S. [378]. — Momoyama. Eisenbahn von Kyōtō nach Yokohama S. [379]. — Yamada. Futami S. [382]. — Kunozan S. [383]. — Fuji-no-yama S. [384]. — Mianoshita. Über den Hakonesee und den Jikkokutoge nach Atami S. [386]. — Yokohama S. [388]. — Kamakura S. [391]. — Enoshima. Kanazawa S. [392]. — Tōkyō S. [393]. — Nikkō S. [404]. — Chuzenjisee S. [407]. — Yumotosee. Nyohō-zan S. [408]. — Ikao. Harnausee. Harunatempel S. [409]. — Asama-yama S. [411].
18.Von Yokohama über Honolulu nach San Francisco S. [411]-[423]
Stiller Ozean S. [411]. — Haiwai- (Sandwichs-Inseln) S. [413]. —
Honolulu S. [416]. — Kilauea. Mauna Kea. Mauna Loa S. [420].