Honolulu.

Ankunft zur See. Von Yokohama kommend, steuert man durch die Kaulaka-Straße längs der Südküste der Insel Kauai auf die Südküste der etwa 120 Seem. osö. gelegenen Insel Oahu zu; von San Francisco kommend, steuert man mit SW.-Kurs auf die SO.-Spitze der Insel Oahu zu und durch die Kaiwi-Straße an die Südseite der Insel. In beiden Fällen erblickt man schon von weitem den 1228 m hohen Gipfel des Kaala an der Westküste der Insel und erkennt beim Näherkommen das schroffe Vorgebirge Diamond Head, einen alten Vulkan (233 m) mit Leuchtturm an der Südspitze der Insel, etwa 7 km sö. von Honolulu.


Vor der Hafeneinfahrt sieht man die schöne Gartenstadt sich terrassenförmig am Berghang erheben, r. liegt der Puowaina oder Punch Bowl Hill, fast 150 m hoch, ebenfalls ein alter Vulkan; hinter der Stadt erheben sich die Gipfel Konahuanui (946 m) und Lanihuli (846 m). Die enge Einfahrt durch das Korallenriff ist schwierig und sehr interessant; die tiefe Rinne ist kaum 100 m breit, so daß dicht r. und l. vom Schiff gewaltige Brandung (auch bei gutem Wetter) über das Riff rauscht und schäumt. Fahrwassertonnen und Baken bezeichnen die Ränder der Riffe. Nach wenigen Minuten gelangt der Dampfer in ruhiges Wasser und ankert in dem vorzüglich geschützten Hafen direkt an der Werft oder festen Landestelle. Zollbehandlung wie in amerikanischen Häfen (II. Teil, S. 1). Mit Schiffsbooten oder Booten der Kanaken werden die Reisenden nur bei Quarantäne gelandet.
Gasthöfe: Pleasanton Hotel (Besitzerin Witwe des deutschen Konsuls H. A. Isenberg; Direktor E. G. Duisenberg), Ecke Punahou Street und Wilder Avenue, mit Logierhaus in herrlichem Park, feines Haus, von Deutschen sehr gelobt, Schwimmbad (Süßwasser), deutsche Küche; Pens. von $3 an (für Monat Ermäßigung).—Moana Hotel (deutscher Direktor J. H. Hertsche), am Strand von Waikiki (mit elektr. Straßenbahn 30 Min. Fahrt), Seebad in großartiger Brandung, Seesteg und schöne Terrassen; 150 Z., Pens. von $5 an.—Alexander Young Hotel (dieselbe Leitung wie Moana und Royal Hawaiian), mitten in der Stadt, modern und feuerfest, mit Dachgarten (Aussicht); 250 Z. von $2 an, keine Pension. —Royal Hawaiian Hotel (Leitung wie vorher), nahe dem vorigen, mit schönem Garten; 125 Z. von $1,50 an, keine Pension.—Einfacher: Seaside Hotel, am Strand von Waikiki (elektr. Straßenbahn in 30 Min.), Pens. von $2,50 an.—Boarding Houses sehr zahlreich: Hau Tree, Waikiki, Pens. von $2,50, Woche von $15 an.—Cassidy, Waikiki; Cressaty's, ebenda; The Donna, Beretania Street;—Vida Villa, Mrs. Gray, Mrs. McDonald, sämtlich King Street, ähnliche Preise. Möblierte Zimmer: Woche $3-7, Monat 10-25; Nachweis im Reisebureau (s. unten).— Restaurants: Alexander Young Café und Union Grill, King Street (nahe Fort Street); Lunch 50 cts.
Post: Ecke Bethel Street und Merchant Street; vgl. den Plan.—Telegraph: Intern. Island Wireless Telegraph Co., Fort Str., zwischen Queen und Merchant Str.—Commercial Pacific Cable Co., im Alexander Young Building, Bishop Str.—Telephon fast nach jedem Privathaus.—Telegraphenkabel nach San Francisco und über Midway Island und Guam nach Manila, Japan, Schanghai, Menado etc.
Wagen (Droschken) und Automobile nach (hoher) Taxe.—Straßenbahn (elektrisch, 5 cts.) führt mehrere Linien durch die weitläufig gebaute Stadt überallhin, zum Kapiolanipark und nach Waikiki.—Reitpferde: $2,50 für 1/2 Tag.
Eisenbahn (Bahnhof am Nordende der Stadt) längs der Südküste und Westküste der Insel Oahu und um deren Nordkap bis zur Laiebucht; etwa 110 km; Zweigbahn von Pearl Harbour nach Wahiawa in der Mitte der Insel.
Dampfer: Pacific Mail Steamship Co. und Toyo Kisen Kaisha alle 7-10 Tage nach Japan, China, Manila und San Francisco.—Matson Navigation Co. etwa 14tägig nach San Francisco.— Oceanic S. S. Co. alle 20 Tage nach San Francisco.—Canadian-Australian Royal Mail S. S. Co. monatlich nach Vancouver und über Suva (Fidschi-Inseln) nach Australien.
Geld wie Nordamerika, vgl. II. Teil, S. 2. Banken: Bishop & Co.; Yokohama Specie Bank (beide Korr. der Disconto-Gesellschaft, Berlin); Bank of Hawaii u. a.—Deutsches Geschäftshaus: H. Hackfeld & Co. u. a.
Reisebureau: The Hawaii Promotion Committee (Sekretär Wood) gibt bereitwilligst jede Auskunft über Ausflüge, Dampferfahrpläne etc., auch in deutscher Sprache.
Sprache: Englisch wird fast allgemein verstanden.
Theater: vorhanden.—Konzerte einer guten hawaiischen Kapelle unter Leitung eines deutschen Kapellmeisters tägl. außer Fr. im Stadtpark.


Konsulate: Deutsches Reich, Konsul W. Pfotenhauer.—Österreich-Ungarn, Konsul).—Vereine: Pacific Club; Commercial Club; University Club.— Polizei: Police Station schräg gegenüber dem Postamt in Merchant Street.
Ärzte: Dr. G. F. Straub (Deutscher) und 40-50 andrer Nationalität.— Krankenhaus am Ostende der Stadt.
Zeitungen: Pacific Commercial; Advertiser; Hawaiian Star; Evening Bulletin; erscheinen täglich.
Zeitteilung: 7 Tage Honolulu.— Ausflüge nach den Inseln Kauai (Waimea) und Hawaii (Hilobucht, Kilauea) sind abhängig vom Fahrplan der sechs Dampfer der hawaiischen Inter-Island Steam Navigation Co. und erfordern etwa je 4-7 Tage.