Dann steigt die Bahn nö. hinan auf das Dekhan-Hochland durch den Bergpaß Thal (Thull) Ghat; bei (75 M) Stat. Kasara beginnt der Aufstieg mit Berglokomotive, Steigung von 320 m auf 91/2 M; er endet bei (85 M) Stat. Igatpuri, Sommerluftkurort für Bombay, mit Bungalows für die Bahnbeamten. Man befindet sich hier schon an der Wasserscheide der Halbinsel, die sich von hier an langsam ostwärts nach dem Golfe von Bengalen senkt. Im September ist der Pflanzenwuchs hier sehr schön.—Dann ebene Strecke mit niedrigen Bergen bis—(117 M) Stat. Nasik (580 m); die hochheilige alte Hindustadt am Oberlauf des Godavery, des 1800 km (Rhein 1300 km) langen Hauptflusses des Dekhan (mit 35000 Einw., darunter 1300 Brahmanenpriester), liegt 10 km nw. vom Bahnhof (Straßenbahn dahin; Dâk Bungalow; Tongas zu mieten); sie hat viele sehenswerte Tempel, darunter der Kapáleshwar, der Sundar Narayan, Rama's Kund; die Missionsschule Sharanpur; die Lena-Höhlentempel in einem Hügel 5 M sw. von Nasik.—Dann folgt (162 M) Stat. Manmad (Manmar; Bahnwirtschaft; Dâk Bungalow), Kreuzungspunkt, wo man in den Zug nach Aurangabad umsteigt; man fährt aber nur bis (212 M) Stat. Daulatabad, wo man auf dem Bahnhof speisen kann; man bestelle von Bombay aus vorher beim Stationsvorsteher telegraphisch einen Wagen (Tonga), Preis 12 Rup. Von Daulatabad 16 km Wagenfahrt nach
Ellora (Rasthaus, für jedermann zugänglich, Verpflegung ist mitzubringen). Die berühmten Höhlentempel von Ellora besuchte schon 1306 Aladdin; sie sind in einen halbkreisförmigen, 2,5 km langen Abhang aus dem Fels herausgearbeitet. Am Südende liegen die ältesten buddhistischen Tempel, dann folgen brahmanische, zum Schluß Dschaintempel. Am prächtigsten ist der dravidische Tempel Kailasa, aus dem 8. Jahrh.; er ist von einem 45 m breiten und 84 m tiefen Hof umgeben, der innen 32 m hoch ist. Vor dem Hof ist ein steinerner Vorhang mit Riesengestalten Schiwas und Wischnus geschmückt, mit kleinem Eingang in der Mitte. Im Hofe steht der Tempel, aus einem einzigen Felsen gehauen, umgeben von riesigen Steinbildern von Elefanten, Löwen und Greifen.—16 Höhlentempel liegen südl. vom Kailasa und fast ebenso viele nördl. Unter den buddhistischen sind wichtig: der Dherwara (der älteste), der Vichwakarma, der Don Tal (mit 2 Stockwerken), der Tin Tal (mit 3 Stockwerken). Eine der schönsten Hindutempelhöhlen ist der Dumar Lena (46 m lang und breit). Von diesen Tempeln führt ein Fußsteig (1,5 km) nach den Dschaintempelhöhlen Jagannath und Indra Sabhas.
Wer Ellora gesehen hat, braucht weiter keine Höhlentempel zu besuchen!
Etwa 1 km vom Ellora-Rasthaus liegt das besuchenswerte, mit Ringmauer umgebene Städtchen Roza oder Khuldabad (2200 Einw.), 600 m ü. M., Hauptwallfahrtsort für die südindischen Mohammedaner; neben der großen Moschee das unscheinbare Grab Aurangzebs, des letzten bedeutenden Großmoguls (gest. 1707), sowie die Gräber Husan Shahs, des letzten Königs von Golkonda, und Asaf Shahs, des Begründers der jetzigen Dynastie von Hyderabad. Auf dem Hin-oder Rückweg von Ellora fahre man bis zur Bergfeste Daulatabad, um den höchsten Punkt der bis 180 m aus der Hochebene aufragenden Basaltfelsen der uralten Zitadelle zu besteigen (Erlaubnis erteilt der Stationsvorsteher von Daulatabad). Dann folge man der Hauptstraße nach (25 km von Ellora) Aurangabad (Dâk Bungalow, gut, doch klein; 38000 Einw.), 1610 gegründet, Kaiser Aurangzebs bevorzugte Residenz, jetzt betriebsame Handelsstadt, im Dekhan mit prächtigem Mausoleum der Lieblingsgattin Rabi'a Durrani des Kaisers Aurangzeb (Nachahmung des Taj Mahal in Agra). Außerdem sehenswert der Pan Chakki, ein Schrein, die große Moschee und viele holzgeschnitzte Häuserfronten.
5) Mahim und Vehar Lake, Ausflug von Bombay mit Auto, Vm. über Queen's Road, dann quer durch die Insel Bombay und den sehr schönen *Palmenwald von Mahim in ihrer Mitte, der den Reisenden den ersten großen Eindruck der Tropenflora gibt; am Wege prachtvolle hängende Gärten. Das Dorf Mahim liegt malerisch am Nordweststrande der Insel; dort ist ein 1859 begründetes schottisches Waisenhaus (Scottish Orphanage).
Mahim ist auch Station der B. B. & C. I.-Eisenbahn (14 km von Bombay). Die Landstraße führt dann über den Sion Causeway, einen Damm, auf die Insel Salsette, wo etwa 27 km von Bombay der künstlich aufgestaute See Vehar Lake mit dem großen Wasserwerk der Stadt Bombay; der Weg führt durch dichte Dschungeln, die früher reich an Tigern waren; jetzt sind diese »man eaters« (Menschenfresser) dort seltener. Auch andres Wild ist frühmorgens dort zu treffen; der See ist sehr fischreich. 3 km nördl. liegt der Stausee Tuki Lake und nochmals 3 km weiter die 109 Höhlentempel von Kanhari (weniger sehenswert als die von Ellora, S. [62]).
Andre Ausflüge (bei längerm Aufenthalt sehr zu empfehlen!) nach *Bassein (S. [64]), *Matheram (S. [96]), Khandalah und Karli, Poona und *Mahabaleshwar (S. [97]).
3. Von Bombay über Jaipur, Agra, Delhi und Benares nach Calcutta.
Vgl. die Karten bei S. [96] und [64].
Eisenbahn von Bombay nach Calcutta. 1) Bengal-Nagpur Railway, die kürzeste Verbindung durch die südl. Zentralprovinzen, 1221 M (1965 km), sogen. Calcutta-Mail (Schnellzug) über Bhusawal, Nagpur in 413/4 St., Fahrpreise: I. Kl. 91 Rup. 1 anna, II. 45 Rup. 9 annas; Rückfahrkarten I. Kl. 171 Rup. 8 annas, II. Kl. 80 Rup. 8 annas, III. Kl. 15 Rup. 10 annas. Abfahrt von Bombay, Victoria Terminus Stat. mittags, Ankunft Calcutta (Howrah) Vm.