Nach Überschreiten des Sabiflusses, der hier in der Trockenheit schon versiegt, geht es nun durch die weite Jumna-Ebene bis Delhi. Die Bahn bleibt westl. vom Kutab Minar und den Grabdenkmälern und Ruinen südl. von Delhi, dreht nahe der Stadt nach O. und läuft durch die nw. Stadtmauer beim Kabul Gate in den Hauptbahnhof von (890 M, 1432 km) Delhi ein.

Delhi.

Vgl. den Plan S. [71].

Ankunft. Der Hauptbahnhof vereinigt die Linien der Rajputana Malwa Railway (von Jaipur), der East Indian Railway (nach Calcutta) und der Delhi-Umballa-Kalka Railway mit einer Linie nach Lahore.
Gasthöfe: Hotel Cecil (Hotz, Schweizer), Civil Lines, nahe Ludlow Castle, in schöner, hoher Lage mitten in wohlgepflegten Anlagen, I. Ranges, recht gelobt, auch die Küche, Deutsch gesprochen, Pens. von 7 Rup. an.—Maidens Metropolitan Hotel, nördl. vom Bahnhof, ganz gut, Pens. von 7 Rup. an.— Grand Hotel, Civil Lines, Pens. 5 Rup. —Woodlands Hotel, bei der St. Jameskirche, Kashmir Gate, Pens. 5-6 Rup.
Post und Telegraph in der Querstraße östl. vom Bahnhof.—Droschken I. und II. Klasse nach Tarif.
Banken: Bank of Bengal.—Delhi Bank, letztere Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft. —Polizei in Hamilton Road und nw. vom Kashmir Gate, nahe bei Ludlow Castle.— Bungalow des Distriktsresidenten nahe bei Kashmir Gate.—Zeitung: The Morning Post.—Apotheke: Narain & Co., New Druggist's Hall.—Zwei türkische Bäder in der Stadt.—Photograph: Sultan Ahmad Khan, innerhalb des Delhi Gate.—Geschäftsadressen. Indische Kuriositäten: Imre Schweigar, Kashmir Gate, große Auswahl von Kunstschätzen; Jadu Kissen, am Kashmir Gate, Photographien von Indien; Juweliere in der Hauptstraße Chandni Chauk (besonders Goldfiligran!); ebenda Geschäfte für Emaille-Metallsachen, Elfenbeinschnitzereien (Rughnat Das, Kinari Basar) und-malereien, Seidenstickereien, gestickte Schuhe, Kleider, Decken u. dgl.—Klub: Delhi Club im Ludlow Castle.


Zeiteinteilung. 1. Tag: Vm. Besuch des Forts und Königspalastes, der Moscheen Jama Masjid und Kalan Masjid; Nm. Rundfahrt in der Stadt, Basare in der Hauptstraße Chandni Chauk.—2. Tag: Frühzeitig Wagenfahrt nach Firozabad (Asokasäule) und Indrapat, dann zum Mausoleum Humayun's und andern Grabdenkmälern; von da zum Kutab Minar (Essen vorausbestellen!). Rückfahrt Nm. über Jai Singhs Sternwarte. Wagen zum Kutab und zurück 12-16 Rup. den Tag.

Plan von Delhi.

Geschichtliches. Delhi nimmt geschichtlich den ersten Rang unter den Städten Indiens ein; als Indraprastha (griech. Indabara) kommt es schon im »Mahȧbhârata«, dem altindischen Heldengedicht, vor. Der Name stammt von einem Fürsten Dilu, der im 1. Jahrh. v. Chr. 10 km stromabwärts einen Burgbau aufführte. Unter einheimischen Fürsten verwüstet, wurde Delhi 1011 n. Chr. von dem Ghasnawidensultan Mahmud erobert und mußte 1052 durch Anang Pal II. neu bevölkert werden. 1193 eroberte Kutab ed-din Eibek, Feldherr des Ghoriden Moizz ed-din, die Stadt. Kutab als Statthalter machte sich 1206 als Beherrscher Hindustans unabhängig und begründete damit die »Sklaven«-Dynastie (1206-90), die in ihrer Hauptstadt Delhi großen Glanz entfaltete. 1290 folgten die tatarischen Dynastien Khildschi und Tughlak, bis 1398 der Mongole Timur Delhi eroberte und niederbrannte. Als die Stadt sich wieder erholt hatte, kam sie 1451 unter die afghanische Dynastie des Bahlul Lodhi; diese stürzte 1526 ein Nachkomme Timurs, Baber, der sich zum Großmogul erklärte. 1739 plünderte Nadir Schah von Persien die Stadt. 1803 wurde Delhi an die Engländer abgetreten. Im Mai 1857 versuchten die Sepoys (eingeborne Truppen) die Herrschaft der Briten abzuwerfen und ermordeten die Europäer; aber 20. Sept. 1857 wurde die Stadt von den englischen Truppen gestürmt und der letzte Scheingroßmogul nach Rangoon verbannt. 1911 wurde anläßlich der Krönung König Georgs V. zum Kaiser von Indien bestimmt, daß der Regierungssitz des indischen Kaiserreichs von Calcutta nach Delhi verlegt werde.