Plan von Anuradhapura.

Rundfahrten am besten mit Wagen (Bullockcar) 1) im Innern der Ruinen (inner circle), 2) im »Außenring« (outer circle), 3) nach Mihintale; nach Bedarf aussteigen. Zuerst besuche man die Palastruine Lowamahapaya (»Brazen Palace«, d. h. Bronzepalast [Pl. 1], genannt), ein Wald von etwa 1000 monolithischen vierkantigen Pfeilern in Reihen von 40 zu 40 (mit 9 Stockwerken und 1000 Klausen vor 2000 Jahren vom König Datagamana für die Priester erbaut). Dahinter steht eins der größten buddhistischen Heiligtümer, der Riesenbaum (umgeben von einer Mauer) Siri-maha Bodhin Wahanse, der heilige Bo-Baum (Pl. 2), ein Abkömmling des Baumes, unter dem Gautama erleuchtet (d. h. Buddha) wurde; der Baum stammt aus Buddh Gaya (S. [95]), wurde 245 v. Chr. vom König Dewananpiya Tissa gepflanzt, ist also der älteste historische Baum auf der Erde; Priester beschützen ihn und verschenken (Gegengeschenk angebracht) seine Blätter. Der Weg führt dann zurück vorbei an umgestürzten Buddhabildern, Wischnustieren etc. nach den sieben Dagobas (erbaut vom 4. Jahrh. vor bis zum 3. Jahrh. nach Chr.), die im Umkreis von 2 St. über das alte Stadtgebiet verstreut sind; sie heißen nach der Größe Abhayagiriya (Pl. 3; jetzt nur noch 100 m, früher 123 m hoch), Jaytawanarama (Pl. 8), Ruwanwella (Ruanwelli; Pl. 6), Miriswetiya (Pl. 7), Thuparama (Pl. 4), Lankarama (Pl. 9) und Kujjatissamara (Pl. 5). Die Thuparama, die älteste, ist mit drei Reihen geschmückter Säulen umgeben, enthält das rechte Schulterblatt Buddhas als Reliquie. Die Ruwanwella-Dagoba (140 v. Chr. erbaut) hat noch künstlerischen Wert, ihre Terrasse ist mit Altären, Götterbildern und Säulen wie der Vorhof eines klassischen Tempels bestellt; darunter sind zwei männliche, zurzeit infolge Einsturzes der Seitenwand verschüttete Statuen den ältesten Erzeugnissen griechischer Kunst zur Seite zu stellen. Stellenweise stört ungeschickte Ausbesserung (nach Hans Meyer).—Auch die großen alten Badebecken in der Umgebung der Stadt, die zur Wasserversorgung und als königliche Bäder dienten, Pokunas genannt, sind sehenswert, namentlich die großen von Tissawewa (Pl. 10), Nuwerawawa und Basawakulam (Pl. 11); in der Nähe des erstern ist der kleine Felsentempel Isuruminiya. Sehenswert sind auch eine Buddhastatue, der Pfauenpalast, die Mondsteine etc. (vgl. »Baudenkmäler aus ältester Zeit in Ceylon«, nach dem Englischen des Henry W. Cave, deutsch von Anna, Gräfin von Zech, Berlin 1901).

13 km östl. von Anuradhapura liegt der heilige Felsenhügel *Mihintale (Rasthaus), gekrönt von zwei sehr alten Dagobas und völlig bedeckt mit Ruinen von Tempeln, Klöstern und Einsiedeleien. Die Chaussee dahin führt durch Dschungeln; man sieht im Walde Dschungelhühner, Nashornvögel, Pfefferfresser, Papageien, Affen. Rasthaus am Fuße des Hügels. Eine riesige Freitreppe von fast 2000 Stufen führt in drei Fluchten zum Gipfel, vorbei an der kleinen seltsamen Ambastalawa-Dagoba, welche die Asche des Buddhaapostels Mahindo, 3. Jahrh. v. Chr., enthält, von 50 Säulen mit dem Bilde der heiligen Gans umgeben (man besichtige auch das aus dem Felsen gehauene schöne Badebecken Naka Pokuna und die Felsenzelle, Mahindos Bett genannt, wo der Apostel schlief) und zur Mahaseya-Dagoba (vom König Bhatiya Tissa über einem Schrein erbaut, der ein Haar von Buddhas Stirn enthält). Ein Pfad führt um die Dagoba, der prächtigen *Ausblick auf den Wald, die Dagoba von Anuradhapura und die fernen Berge von Matale gewährt.
Rückfahrt von Anuradhapura am besten mit der Northern Railway (S. [118]) direkt nach Colombo oder Kandy; man kann aber auch von Anuradhapura mit Postautomobil (s. oben) über (53 km) Horawapotana (Rasthaus) und (80 km) Pankulam (Rasthaus), mit den heiligen heißen Quellen von Chimpiddi, nach (105 km) Trincomali (S. [124]) durch wilde Tropenlandschaft fahren, von da zurück nach Colombo (S. [110]).

Von Kandy nach Nuwara Eliya.

Eisenbahn von Kandy in 6 St. nach Nuwara Eliya; Speisewagen im Zug. In der Reisezeit im Oktober bis Februar Zimmer vorausbestellen! Man versehe sich mit warmer Kleidung und wollenen Decken; die Zimmer werden geheizt. —Die Gebirgsfahrt ist sehr reizvoll; man beobachtet die Änderung des Pflanzenwuchses innerhalb kurzer Strecken: Tropenwald, Teepflanzungen, angepflanzte Eucalyptus, Grevillea, Casuarina; in feuchten Tälern Baumfarne, Moose, Flechten; in 2000 m Meereshöhe weite Strecken mit niedrigem Rhododendron, einzelne hohe Farnbäume, hochstämmiger Laubwald und hohe pinienähnliche Keenabäume (Calophyllum tomentosum), Aloen, auch noch Tee-und Chinchonapflanzungen sowie Reisfelder.

Die Bahn führt von Kandy (S. [115]) über Peradeniya (S. [117]) nach (34 M) Hatton (Hatton Hotel; Adams Peak Hotel, Pens. 8 Rup.; Arzt Dr. Thomas in [7 km] Norwood; Hatton Bank; Wagen und Reitpferde zu haben), 1263 m ü. M.; nahebei große Teepflanzungen in den Tälern von Dickoya, Dimbula (wo bis 1870 reiche Kaffeepflanzungen lagen, die durch einen Pilz, Hemileia vastatrix, zerstört wurden) sowie in Maskeliya.

Besteigung des Adam's Peak (2262 m) von Hatton aus (32 km) am bequemsten, auch schon von Damen ausgeführt, obgleich nicht ungefährlich. Besteigung ist nur lohnend, wenn der Himmel ganz wolkenfrei ist, also meist im Februar und März. Der zuckerhutförmige Gipfel ist allen Religionen heilig (vgl. Haeckels»Indische Reisebriefe«); auf ihm wölbt sich ein kleiner Tempel über der Sripada (heiligen Fußstapfe). Die Pilger verehren hierin je nach ihrem Bekenntnis die Fußspur Adams, Schiwas, Buddhas oder des heiligen Apostels Thomas; es herrscht dabei erstaunliche Eintracht zwischen allen Bekennern.