Tuticorin (Robert's Hotel, gut; Royal Hôtel; Dâk Bungalow; Bahnwirtschaft; wenn der Dampfer verspätet eintrifft, wird Frühstück im Zuge angerichtet), Stadt mit 28000 Einw., Baumwollpressen und Spinnerei; National Bank of India Ltd., Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank. Die frühere Perlfischerei ist jetzt nur noch unbedeutend (die Perlen haben keine gute Farbe). In der Nähe der Stadt große Salzfaktorei.—Hier beginnt die South Indian Railway (die Wagen stehen auf der Landungsbrücke); sie fährt über (19 M) Maniyachi in 5 St. durch die sandige Küstenebene nach
(99 M) *Madura (148 m; Bahnwirtschaft mit 9 Betten, gut; guter Dâk Bungalow, am Bahnhof; Bank of Madras. Fahrgelegenheiten knapp, zeitig bestellen; Einkäufe: Messingsachen und Gewebe in Seide und Wollmusseline, tüchtig handeln), Distriktshauptstadt mit 105984 Einw., einst Hauptstadt des Königreichs Karnatak. Madura, das»Athen«Südindiens, mit großartigen Trümmern und gut erhaltenen Tempeln, gilt als sehenswerteste Stadt Indiens nächst Benares (S. [90]). Der *große Tempel Meenachi (1,5 km westl. vom Bahnhof) ist das größte religiöse Bauwerk der Erde und bildet eine kleine Stadt für sich; er ist von neun»Gopuras«(reich mit Bildsäulen geschmückte pyramidale Turmbauten, Eingangstore für die Gottheiten) umgeben, deren höchste 46 m hoch ist. Am Nordende liegt die berühmte Halle der 1000 Säulen (Sahasrastambha Mandapam), von denen nur drei fehlen. Hunderte von Priestern halten sich in den vielen großen Räumen ständig auf. Die westl. Anlage ist Schiwa geweiht, hier Sundareshwar genannt; die östl. der Minakshi, der fischäugigen Gattin Schiwas. Innerhalb des letztern Tempeltores liegt der gemalte Säulengang der Ashta Lakshmi, nach acht Statuen dieser Göttin benannt, die das Dach stützen. In der Nähe der Wasserbehälter (Teppa Kulam)»Tank der goldenen Lilien«(Swarna pushpakarini), umgeben von einem Säulengang. Es ist schwierig, sich im Tempel zurechtzufinden, man nehme einen Führer und besuche die Anlage zweimal, wenn Zeit vorhanden, womöglich einmal abends, bei wunderbarer Beleuchtung durch Tausende von Öllämpchen, besonders bei hohen Festtagen (z. B. Anfang Dezember); auch kann man sich den Juwelenschatz zeigen lassen (Auslegung kostet bei Vorausbestellung 15 Rup.), ziemlich sehenswert. Prächtig ist die neue Halle Tirumala's Choultry östl. vom Tempel.—Der stilvolle königliche Palast von Tirumala Nayak (2 km westl. vom Bahnhof) dient als englisches Regierungsgebäude.—Nördl. von der Stadt liegt jenseit des Vaigai-Flusses das Tamkam, eine Arena für Kämpfe mit wilden Tieren, auch vom König Tirumala erbaut, jetzt Steueramt.— 5 km östl. vom Bahnhof und nördl. vom Fluß ist ein Teppa Kulam (heiliger Wasserbehälter), in dessen Mitte eine Insel mit Tempelanlage; schöne Fahrstraße führt durch prächtige Banyanallee dahin. Der größte dieser Banyanbäume (Ficus indica) beschattet eine Fläche von 55 m Durchmesser.
Die Bahn führt von Madura über (138 M) Dindigul (Bahnwirtschaft), Stadt mit Tabakmanufaktur und alter Felsenfestung, nach (184 M) Trichinopoly Junction Station (Bahnwirtschaft).
Zweigbahn (nach Erode) nach (3 M) Trichinopoly, Tritschinapalli (66 m; Bahnwirtschaft; Dâk Bungalow, 1,5 km vom Bahnhof; Robert's Hotel in Cantonment; Spencer & Co.'s Erfrischungsräume, gut; Schlafgelegenheit im Bahnh.), Stadt von 104721 Einw., aus 17 Dörfern bestehend; Gold-u. Silberarbeiten, Webereien, Tabakmanufaktur. Nahe dem Bahnhof, im Fort am Nordende der Stadt, erhebt sich ein schroffer, 83 m hoher Felsen, Zugang zur Treppe von der Südseite, am Eingange steinerne Elefanten und Säulen; 290 weiße, steile Stufen führen hinauf; oben ein kleiner Tempel mit prächtiger *Aussicht auf Stadt, Tempel, Palmenhaine, im Hintergrund Gebirge. Adler und Geier umstreichen den Felsen.—Ausflug mit Wagen nach (3 km) Sri Rangam über die Brücke des Coleroon (Cauvery); etwa 1,5 km nw. von der Brücke liegt der große Tempel von Sri Rangam mit schöner Umgebung, ähnlich der Tempelanlage in Madura. Eine der Hallen ist mit Edelsteinen geschmückt. Ein schöner, kleinerer Tempel des Jambukeshwar liegt noch 1,5 km weiter. —Sehenswert sind auch die Anikuts, Dämme im Coleroon zur Bewässerung, etwa 15 km westl. und östl. von Trichinopoly. —Seitentour von Trichinopoly nach Ootacamund s. S. [128].
Von Trichinopoly Junction fährt der Schnellzug in 11/4 St. nach
(226 M) *Tanjore, Tandschur (111 m; Bahnwirtschaft mit Schlafgelegenheit für 10-12 Pers.; unbequemer Dâk Bungalow am Bahnhof, östl. vom Kleinen Fort, wo Ponys und Bullockwagen zu haben), Stadt mit 58000 Einw., Kunstgewerbe in Gold und Silber, Kupfer, Teppichen, Seide, an der Wurzel des Cauvery-(Coleroon-)Deltas gelegen. Der Palast der Prinzessin von Tanjore im Großen Fort ist etwa 1550 erbaut; im dritten Hof ein achtstöckiger Bau, früher Waffenkammer; im Versammlungsraum (Teluga Durbar) ein Standbild des letzten Radschah und eine Sanskritbibliothek von 18000 Handschriften, davon 8000 auf Palmblättern.—Der Große Tempel von Tanjore im Kleinen Fort ist der älteste und schönste Bau dieser Art, er stammt zum Teil aus dem 11. Jahrh., ist später erneuert und aus einem Wischnuheiligtum in einen Schiwatempel verwandelt worden; in der NW.-Ecke der äußern Umfassungsmauer ist der prächtige Schrein (Subrahmanya Kovil) des Karttikeya, des Kriegsgottes und Sohnes von Schiwa, des Schutzheiligen der Brahmanen; Pilger trinken das über die Statue des Gottes gegossene Wasser. Im Tempel zahllose Lingam, auf dem Vorhof ein *Riesenbulle.—Die Schwartz's Church ist zum Andenken an einen alten dänischen Missionar erbaut; daneben der Shivaganga Tank mit kleinem Park.
Von Tanjore über (250 M) Kumbakonam (Bahnwirtschaft; Dâk Bungalow); Stadt mit 60000 Einw. und großer elfstöckiger Pagode, in deren Nähe der Mahamokam Tank, umgeben von 16 kleinen malerischen Pagoden, liegt, der nach dem Volksglauben alle 12 Jahre vom Ganges Wasser bekommt.—Dann über (290 M) Chidambaram (Dâk Bungalow, 2,5 km vom Bahnhof), Stadt mit den ältesten südindischen Tempeln und Pagoden, nach (299 M) Porto Novo, der ersten portugiesischen Niederlassung an der Koromandelküste; die Bahn läuft längs des Strandes bis (316 M) Cuddalore, Stadt mit 52000 Einw., Indigo-und Zuckerfabrikation, Handel mit Reis und Zucker; der südliche Bahnhof, Old Town Station, hat Bahnwirtschaft, die 3 km nördlichere New Town Station ist näher dem Dâk Bungalow und den Behörden. Dampferstation der British India Steam Nav. Co. Für Weltreisende ist der Ort ohne Belang.—Bei (345 M) Villupuram (Dâk Bungalow; Bahnwirtschaft) Zweigbahn westl. (24 M) nach der französischen Stadt Pondichéry, deren Besuch nicht lohnt; dann über (409 M) Chingleput (Zweigbahn nach Conjeeveram, S. [104]) nach (443 M) Madras (Egmore Station), S. [100]. Fortsetzung der Bahn vgl. S. [132].
Seitentour nach Ootacamund.
Vgl. die Karte bei S. [96].
A. Eisenbahn von Madras mit der South Indian Railway über (302 M) Podanur, dann mit Zweigbahn nach Mettupalaium und mit Gebirgsbahn (Nilgiri Mountain Railway) über Coonoor nach Ootacamund (29 M von Mettupalaium) in 181/2 St. (336 M), ungefährer Fahrpreis I. Kl. 31, II. 16 Rup. —B. Eisenbahn von Trichinopoly über Erode Junction (umsteigen!) und Podanur über Coonoor nach (198 M) Ootacamund, in etwa 17 St. für etwa I. Kl. 22, II. 11 Rup.—Zusammenstellbare Fahrscheine besorgt Th. Cook's Office.
Die Nilgiriberge, durch eine breite Senke von dem südlichern Kardamumgebirge getrennt, aber nordwärts mit dem Dekhan (Staat Mysore) unmittelbar zusammenhängend, sind der südl. Eckpfeiler des gebirgigen Westrandes (Westghats) des Dekhans.