Noch vor Sonnenuntergang sollte man eine Spazierfahrt durch den künstlerisch angelegten *Victoria Park mit Zoologischem Garten und Agri-Hortikultur-Garten, dann durch den schönen Dalhousie-Park um den Royal Lake herum machen, der durch Bougainvillea-Hecken eingerahmt ist und kaum 1 km östl. von der großen Pagode liegt; die goldene Pagodenspitze ist im Hintergrund des Parks zu sehen.—Um birmanische Klöster kennen zu lernen, wende man sich an den liebenswürdigen alten Mönch Uthilawuntha, der dicht beim Bahnhof Pazundaung eine gute Schule leitet und gern europäische Besucher empfängt. Dort ist man in der Nähe der Reismühlen, deren Besichtigung zu empfehlen ist; Erlaubnis wird meist gern gegeben.

Ausflüge: 1) Nach dem Victoria-See, etwa 13 km nördl. der Stadt, an der Landstraße (in der trocknen Jahreszeit sehr staubig) nach Prome; die Landschaft ist hübsch, man fährt durch große, schattige Ananasgärten zurück auf der Kokine-Straße, insgesamt 24 km in etwa 4 St.—2) Nach Syriam, wo die Raffinerien der Burma Oil Co. liegen, mit Dampfbarkasse, von der Landungsbrücke beim Zollamt, Strand Road, etwa 5,5 km östl. zum l. Peguufer, wo eine Landungsbrücke ist; das jetzige Dorf war die erste portugiesische Ansiedelung in Birma, später holländische Faktorei (1631-77); Ruinen dieser Niederlassung sind noch zu sehen.
—10 km von Syriam steht eine große Pagode auf einem Hügel.—3) Nach Pegu (sehr lohnend) s. unten.

Von Rangoon nach Oberbirma.

Zusammenstellung von Fahrscheinheften besorgt Cook's Office in Rangoon (S. [146]); z. B. die Tour Nr. 5 für 10 Tage: Bahnfahrt Rangoon-Mandalay-Katha; Dampferfahrt Katha-Bhamo-Mandalay-Prome; Bahnfahrt Prome-Rangoon; Fahrpreis I. Kl. 1573/4, II. Kl. 83 Rup.
Burma Railway, Expreßzug von Rangoon (ab 11 Uhr Vm.) nach (386 M, 620 km) Mandalay (an früh) in 20 St., für I. Kl. 30 Rup. 3 annas, II. Kl. 18 Rup. 11/2 annas. (Man achte auf sein Gepäck und verriegele das Abteil, wenn man schläft, es wird viel gestohlen!)— Die Bahn läuft nicht in der Irawaddy-Ebene aufwärts, sondern wendet sich über die südl. Ausläufer des die Irawaddy-Ebene ostwärts begrenzenden Pegu-Yoma-Gebirges dem zwischen diesem und dem ostbirmanischen Gebirgslande verlaufenden breiten Talzuge zu. Dieser wird in seinem größern Südteile (von Yamethin ab) durch den Sittangfluß südwärts zum Golf von Martaban entwässert, im Nordteil aber nordwärts durch den Isamonfluss, der bei Ava (S. [153]) in den Irawaddy mündet.

Abfahrt in Rangoon vom Terminus (Phayre Street) über (1 M) Pazundaung Stat. durch wasserreiches, gut bebautes Flachland, aus dessen üppigem Pflanzenwuchs viele Pagoden aufragen.

(47 M) Pegu (Bahnwirtsch.; Wagen zu haben), Stadt von 14000 Einw., angeblich 573 begründet, war im 16. Jahrh. eine blühende Großstadt, wovon noch sehenswerte Spuren vorhanden. Vom Bahnhof sieht man an der Westseite die ruhende Riesenfigur Buddhas, den Shwethayaung (55 m lang, 15 m hoch) und nahebei die 1476 erbaute Ordinationshalle für Mönche, Kalyanisima, mit Pali-und Talainginschriften, sowie die Kyaikpun-Pagode mit vier Buddhafiguren, 27 m hoch, mit den Rücken gegeneinander sitzend. Größtes Heiligtum ist die Shwemodo-Pagode, auf einem Hügel malerisch gelegen und von 128 kleinen Pagoden umgeben. In der SO.-Ecke der Stadtmauer steht die Shweaungyo-Pagode, *Aussicht über Pegu und Vorstädte. —Etwa 1,5 km westl. liegt die Shweguzale-Pagode mit 64 Buddhafiguren, 1588 erbaut. (Zur Besichtigung von Pegu fahre man mit dem Frühzug von Rangoon ab, dann hat man bis zur Ankunft des Expreßzugs etwa 4 St. Zeit.)

Der Expreßzug fährt dann über (88 M) Pyuntaza, (166 M) Toungoo, (226 M) Pyinmana, (275 M) Yamethin, (306 M) Thazi Junction (Zweigbahn nach Myingyan am Irawaddy), (359 M) Kyaukse, sämtlich mit Bahnwirtschaften, nach (383 M) Myohaung Junction (Zweigbahn nach Amarapura, S. [153]).

Zweigbahn von hier nö. nach (181 M) Lashio, Hauptstadt der nördl. Schanstaaten, und Kung-Lon am Salween, nahe der Grenze der chinesischen Provinz Yünnan. Ein sehr empfehlenswerter 11/2tägiger Ausflug von Mandalay (s. unten) führt auf dieser Zweigbahn mit Kehren durch sehr schöne Gebirge (ähnlich Darjeeling, S. [141]) bis (83 M) **Gokteik Gorge (Rasthaus der Bahngesellschaft auf vorherige Anmeldung beim Station Master der Abfahrtstation verfügbar, doch nehme man Lebensmittel mit), einer großen Schlucht in wunderbarer Landschaft, überbrückt von einem der höchsten Bahnviadukte der Erde, einem Meisterwerk der Technik, etwa 700 m lang, 100 m hoch, auf etwa 15 schlanken Pfeilern. Darunter eine herrliche Schlucht, worin der Fluß die Felswand in einer Höhle mit zahllosen Stalaktiten und Stalagmiten durchbricht; man steigt steil etwa 300 m zur Höhle hinab, deren Ein-und Ausgang man sieht; sie ist etwa 1200 m lang, 100 m hoch und 60 m breit.