»Bagatelle, Bagatelle!« antwortete er. »Es ist gar nicht der Rede wert, wenn wir uns nur gut halten und unsere Reputation bis zum letzten Mann soutenieren. Kommen die Schelme, so stellen wir uns alle drei ins Tor und stechen mit dem Degen.«

Der Holsteiner strich sich über die Stirn und brach ab. Er begann von den funkelnden Sternen zu sprechen. Er stellte einen Satz auf über das Messen ihrer Entfernung von der Erde. Der König hörte ihm jetzt mit einer ganz anderen Art von Aufmerksamkeit zu. Er ging auf die Frage ein, antwortete scharfsinnig, erfinderisch und mit einer unermüdlichen Lust daran, neue überraschende Sätze nach seinem Sinn auszudenken. Die eine Behauptung reichte der anderen die Hand, und bald weilte das Gespräch beim Universum und der Unsterblichkeit der Seele, um nachher aufs neue zu den Sternen zurückzukehren. Sie funkelten heller und heller, und der König sagte, was er von der Sonnenuhr wußte. Er stieß seinen Haudegen mit dem Griff in den Schnee und stellte die Spitze auf den Polarstern ein, so daß sie am nächsten Morgen die Zeit ablesen könnten.

»Der Kern des Universums,« sagte er, »muß entweder die Erde oder der Stern sein, der über dem Lande der Schweden steht. Nichts darf mehr als das Schwedische gelten.«

Draußen vor der Mauer riefen die Kosaken, aber sobald der Holsteiner das Gespräch auf ihren drohenden Anschlag lenkte, wurde der König wortkarg.

»Bei Tagesgrauen ziehen wir uns nach Hadjatsch zurück,« sagte er. »Wir wollen bis dahin nur ein drittes Pferd fangen, so daß jeder bequem im eigenen Sattel reiten kann.«

Nachdem er so geredet hatte, ging er in das Wohnhaus zurück. Der Holsteiner kam mit heftigen Schritten zum Fähnrich herunter, und gegen die Tür des Königs zeigend, rief er:

»Geben Sie pardon, Fähnrich! Wir Deutschen verschwenden keine Worte, wenn uns die Striemen von den Stricken schmerzen, aber ich strecke den Degen und gebe dem Herrn die Viktorie, denn auch ich kann mein Blut lassen für diesen Mann. Ob ich ihn liebe! Niemand versteht ihn, der ihn nicht gesehen hat. – Aber Fähnrich, Sie dürfen nicht länger draußen im Unwetter bleiben.«

Der Fähnrich antwortete:

»Kein Mantel hat mich je herrlicher gewärmt als der, den ich jetzt trage, und ich werfe all meine Sorgen auf Gott. Aber um Christi willen, Major, gehen Sie zu der Tür zurück und horchen Sie. Der König könnte sich ein Leid antun.«

»Die Majestät fällt nicht von der eigenen Klinge, aber sie sehnt sich nach der eines anderen.«