Dieser war gerade im Begriff, die Gulden zu zählen, die einer von den Trabanten, der aus gewesen war, in Siebenbürgen aufgetrieben hatte. Der König sagte zu ihm:
»Mein Paßbrief ist nun fertig. Ich werde Kapitän Frisk heißen, und mit Rosen und Düring reite ich spornstreichs nach Stralsund.«
Da nahm Grothusen seinen galonierten Hut und seine Perücke ab und gab sie dem König.
»Pantoffeln, Nachtmütze, Ehrenpelz und seidenen Schlafrock … Suche sie, suche sie! ›Alles ist weg!‹ Jetzt gehen Perücke und Hut! In der Verkleidung und dem tabakbraunen Leibrock werden Eure Majestät so zur Unkenntlichkeit ausstaffiert sein, daß, hätten nicht alle Rosen Glück bei den Frauen, keine Wirtshausmagd – salvo honore – den Herren ein Glas Wasser würde anbieten wollen. Ich für mein Teil bin dankbar, den Leib auf dem Königsritt quer durch Europa nicht opfern zu müssen …«
Grothusen selbst setzte sich jedoch sogleich auf den Reisewagen, um zuerst hinzugelangen und seinen Herrn am schwedischen Meer empfangen zu können, längs dessen Küsten der Feind jetzt seine Festungen und Städte baute.
Tag und Nacht übte der König unter wilden Ritten seine zwei auserwählten Begleiter und die Trabanten, die ihm in eintägigem Abstand folgen sollten. Als endlich die Stunde schlug, da er die Verkleidung anlegen und in den Sattel springen durfte, gab er seinem Wallach mit solcher Heftigkeit die Sporen, daß Düring und Rosen gleich beinahe ein paar Pferdelängen zurückblieben. Es war nicht nur die schwere Perücke, die seine Wangen erglühen machte. Er sah aus wie am Morgen vor einem Treffen. Er, der frisch und gesund Monate in einem Krankenbette ausgehalten hatte, um einer demütigenden Audienz beim Sultan zu entgehen, und der jahrelang seine Tage in einer türkischen Kleinstadt vertan hatte, in der Hoffnung, ein großes Heer als Gefolge sammeln zu können, ritt nun ungeduldig von dannen mit seinen zwei Kameraden und ohne einen einzigen Diener.
Die Hufe klirrten wider die Steine wie die eines durchgehenden Pferdes, und der erwachte Winzer sprang in seiner Hütte zur Tür.
»Wer reitet dort so ängstlich?« fragte er. »Ist es ein armer, verfolgter Deserteur, so mag er hier unter mein Dach steigen, und meine Frau und ich werden ihn verbergen und ihn auf Stroh betten …«
»Hüte dich, Vater, vor des Ritters Degen!« antwortete Düring. »Er sitzt bei Tag lose in der Scheide. Es ist ein Offizier, der ausgeschickt ward nach einem ungetreuen Freund und Anverwandten, und der eifrig ist, ihm zu begegnen …«
Aber für sich selbst flüsterte er: