[40] 37, 2. swelckend. Mundartlich im westlichen Böhmen noch heute für ›verwelkend‹.

[41] 37, 18. sussen ›mit seinen Freundlichkeiten‹: man erwartete den Dat. Sing.

[42] 38, 10. schretlein: s. Schmeller III, 519. In Haupts Zeitsch. VI, 174 Vers 187 wird es beschrieben:

›daz was kûm drîer spannen lanc
gein dem fiur ez vaste spranc,
ez was gar eislich getân
und het ein rôtez keppel an‹.

[43] 38, 11. clagmuter: s. Schmeller II, 355. ›Klagmuetter, das klagweiblein, die Stimme des Käuzleins, welche von Abergläubischen als Verkünderinn eines Todfalles gefürchtet wird.‹ vgl. Mythol.1 S. 660.

[44] 38, 14. Genes. I, 26.

[45] 39, 1. durchnechtigclichen: s. Schmeller I, 393. ›vollkommen, gänzlich‹.

[46] 40, 8. In unserem Werke werden ein und zwanzig freie Künste angeführt: Gramatica, Rhetorica, Loica, Geometria, Arismetrica, Astronomia, Musica, Philosophia, Physica, Geomancia, Pyromancia, Ydromancia, Astrologia, Geromancia, Nigromancia, Notenkunst, die des Augur, des Aruspex, Pedomancia, Ornamancia und die des Juristen. Die freien Künste hat Heinrich von Mügeln (s. Schröer, die Dichtungen Heinrichs von Mügeln in den Wiener Sitzungsberichten Bd. LV. S. 474 f.) mehr als einmal behandelt. In einem kleinen Gedichte von sieben Strophen behandelt er sieben Künste: 1. gramatica, 2. logica, 3. rhetorica, 4. arithmetika, 5. geometria, 6. musica, 7. astronomia. In der Maide Kranz kommen ausser der philosophia noch vier dazu: 9. physica, 10. alchimia, 11. metaphisica, 12. theologia. In einem spätern Gedichte von fünfzehn Strophen wächst die Zahl auf fünfzehn, wobei sich auch theilweise die Aufeinanderfolge ändert. Als achte tritt zu den erstgenannten sieben: alchamia, 9. philosophia, 10. die Lehre der perspectiven, 11. phisica, 12. theologia, 13. nigromancia, 14. pyromancia, 15. geomancia. Im tschechischen Gegenstücke zum Ackermann werden zwei und zwanzig Künste aufgezählt: Grammatica, Rhetorica, Logika, Geometria, Arithmetika, Astronomia, Musika, Philosophia, Phisica, Geomancia, Pyromancia, Baromancia, Astrologia, Chiromancia, Nigromancia, Alchimia, Neroka, Auguria, Auspicium, Gedomancia, Ornomancia und Jura. Die Form Arismetrica begegnet öfters, u. a. bei Heinrich v. Mügeln in der Hs. M.

[47] 41, 18. vogelgederme ist nur ein Ersatz für die unverständlichen Worte der Hss. Man würde, nach dem tschechischen Werke zu schliessen, ein Wort erwarten, das Hahn oder Geier bezeichnet. Hier heisst es nämlich I 93: ›Ornamancia, die angestellt wurde an den Eingeweiden des Auerhahnes und Hühnergeiers‹.

[48] 42, 6. geuknecht: s. Schmeller II S. 2. gäu ›Land‹, bes. ›das flache Land‹. Angeführt wird: gäubauern ›Bauern der Ebene‹, gäumann ›landmann‹, gäuleute ›Landleute‹.