[89] Tkadlec = Weber, Tkadleček ist das Deminutivum davon.
[90] Diese Zeitangabe ist unrichtig. Man sehe darüber weiter unten.
[91] Pernikářka = Lebzeltnerin.
[92] Dass die Abfassung des Werkes nicht lange nach dieser Trennung anzusetzen sei, ergibt sich aus den Worten I, 13: ›ausser dass wir jetzt unlängst in Gräz an der Elbe, in dieser umwallten Stadt in Böhmen nach unserer Macht und unserem Stande zwei junge Leute, an Jahren einander fast gleich, die mit einander seit einigen Jahren gut und ehrbar lebten, trennten‹. (Die erste Zahl bei Citaten aus dem tschechischen Werke bedeutet den Theil, die zweite die Seite.)
[93] I, 24 heisst es: ›Weshalb willst du denn glücklicher sein, damit wir dich mehr ehren, als den Kaiser Julius oder den König Alexander (oder den guten, wahrhaft guten Kaiser Karl, in der Zeit böhmischen König), die trotz ihrer Macht unserem Netze und unserer Anfechtung dennoch nicht entgehen konnten‹.
[94] Diese starb aber schon 1336.
[95] Die Stelle ist unrichtig angegeben: s. o. [S. 113.]
[96] I, 86 theilt nämlich der tschechische Verfasser das Lebensalter eines Menschen in fünf Theile: 1. die Kindheit (infantia), die bis zum siebenten Jahre reiche, 2. die Knabenzeit (pueritia) bis zum vierzehnten Jahre, 3. das Jünglingsalter (adolescentia) bis zum vierundzwanzigsten Jahre, 4. das Mannesalter (aetas virilis) bis zum fünfzigsten Jahre. In diesem befinde sich noch eine Unterabtheilung: Das junge Mannesalter (iuventus). 5. Das Greisenalter (decrepitus) bis zum achtzigsten Jahre. Die drei ersten Lebensalter habe er schon zurückgelegt, die beiden andern harren noch seiner. Mithin befand er sich an der Scheidegränze des Jünglings- und Mannesalters. I, 91 führt der Verfasser noch eine zweite übliche Eintheilung des menschlichen Lebens an: die Dreitheilung in Jugend-, Mannes- und Greisenalter. Er befinde sich noch im Jugendalter, könne aber mit jedem Tage schon in das Mannesalter eintreten. [Diese Eintheilung ist wol geschöpft aus Aristoteles Rhetorik C. XII ff.] Dasselbe Alter von etwa 24 Jahren nimmt auch Gebauer an, s. o. [S. 109].
[97] Als Beweis will ich einzelne Capitelanfänge neben einander stellen:
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Anfang von C. II im deutschen Werke lautet ›Hort, hort, hort, new wunder! Grausam und ungehorte taiding vechten uns an. Von wem die komen, das ist uns zumale fremde...‹ C. III: ›Ich bins genant ein ackerman, von vogelwait ist mein pflug...‹ Cap. IV: ›Wunder nimpt uns sollicher ungehorter anfechtung, die uns nie mer hat begeint. Bistu ein ackerman wonend im Beheimlande, so tunket...‹ |
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im tschechischen Werke: ›Hara! Hara, ei hör, hör, hör diese neuen Reden! ei hör, hör dieses Fluchen, dieses unbekannte Schmähen, das uns in so roher Weise zu Theil wird, merke die Drohung, merke das Schmähen, merke die schändlichen Vorwürfe! Woher das sei, höre es immer und höre es zu Ende, was uns anficht...‹ ›Ich bin ein Weber gelehrten Standes, kann ohne Holz, ohne Rahmen und ohne Eisen weben. Mein Schiffchen, mit dem ich anzettele, ist aus Vogelwolle...‹ ›Uns darüber wundernd Tag für Tag, als wir die Rede hörten, können wir uns dennoch von Stunde zu Stunde nicht genug wundern, und nachdem wir uns lange darüber gewundert, sind uns wunderbar, sehr wunderbar diese sonderlichen, ungehörten Angriffe und solch verschiedenartige Reden, in denen du uns, wie wir sehen, für so gering hältst. Und bist du denn auch, wie du sagst, der Weber aus gelehrtem Stande, verständigem Stande, hervorragendem Range?...‹ |