Er sah an ihren Augen, daß sie gewacht hatte, empfand, wie tief diese Fragen und Wünsche sie beschäftigten, und richtete sich nachdenklich auf, wach und bereit. Er verstand, und kalt und ohne Erbarmen sagte er:
»Laß solche Ansprüche. Was du bei mir schön und frei nennst, das wäre bei dir schlecht, nur schlecht und nichts als das. Ich will dich nicht anders als du bist. Du liebst und ehrst mich in deiner Liebe nur, wenn du sie in ihrer Art heilig sprichst.«
»In ihrer Art ...«, wiederholte sie zögernd.
Er legte ihren Kopf an seine Schulter, liebevoller, als daß auch nur ein Schatten von Schmerz in ihrer Seele blieb, strich über ihren Scheitel, hinunter über ihr loses Haar, unter dem er die Formen ihrer Schultern und ihrer reichen Hüften spürte:
»Du schläfst«, sagte er langsam.
Sie rührte sich nicht. Seine Worte bewegten sie, als würde sie still in barmherzige Nacht gebettet. Sie verstand seine seltsame Ergriffenheit nicht, die so zärtlich seine schnelle Härte abgelöst hatte; sie wußte nur, was er empfand, galt ihr, das war ihr Liebe genug.
»Wenn du erwachst, bist du zu Haus«, sagte er leise.
»Zu Hause?« fragte sie schüchtern. »Ich bin es nur bei dir. Wo sollte ich es sonst sein in der Welt?«
»Bei deinem Kind«, antwortete er, tief in Gedanken.
Sie erschrak nicht und fragte ihn nicht. Es brach ihr hell aus den Augen und lief über seine Brust. Sie hatte ihm nie so vertraut, als nun, da sein Mund diesen neuen Namen genannt hatte, der ihre Heimat werden sollte.