Ich durchsuchte meine Taschen in großer Verlegenheit, und um sie zu verbergen, sprach ich von Dingen, die nichts mit meinem Betreiben zu tun hatten. Er betrachtete mich verdrossen und abwartend. Als ich endlich ein paar Münzen fand und sie hinreichte, trat er zurück und winkte mir ab.
»Hast du mehr?« fragte er.
»Nein«, sagte ich.
»Ist das alles?« wiederholte er seine Frage.
»Ja.«
»Behalt's«, sagte er und schritt ohne Gruß davon.
Ich wandte mich langsam, um auch meinerseits meinen Weg fortzusetzen, aber als ich die Münzen wieder in meinem Rock bergen wollte, hatte ich nicht die Kraft dazu; ich wußte nicht, wem sie gehörten.
Als ich die Stadt wieder erreicht hatte, umschlich ich das Haus, in dem Asja wohnte, und sah, daß Licht in ihrem Zimmer brannte, es war gegen zehn Uhr abends. Ich konnte ihr Fenster, das auf einen Hof hinausführte, durch den Mauerspalt zweier Häuser von der Straße aus sehen. Der Schuster Stevenhagen, der neben dem Eingang im Hinterhaus seine Wohnung hatte, öffnete mir auf mein Pochen, wie schon oft, und ließ mich ein.
»Wie geht es Asja?« fragte er, ohne über mein spätes Eindringen ein Wort zu verlieren.
Ich mußte mich besinnen und erschrak fast darüber, wie ungewiß meine Vorstellungen von ihrem körperlichen Zustand waren.