»Unhöflich ...«
»Natürlich! Seit wann kommt eine Dame zuerst zu einem Herrn? Könntest denn nicht du heraufkommen zu mir?«
Nun war es eine Weile still.
»Geht denn das?« fragte ich endlich. So armselig kann ein Mensch aus seiner Rolle fallen. Welch eine törichte Frage das doch war. Die Stimme antwortete ohne Eifer:
»Wenn ich dir sagen muß, ob es geht, so geht es sicher nicht. Aber erst wolltest du dich vorstellen. Ich verspreche dir getrost alles, was du willst, denn ich weiß, daß du schon bei der ersten Bedingung versagst, unter der ich meine Versprechungen mache. Wenn du dich vorgestellt hast, so werde ich dich nicht einladen, sondern verabschieden.«
Was war doch das? Ein mühsam unterdrücktes Gähnen scholl zu mir herab. Jetzt geht noch das Licht aus und das Fenster wird geschlossen, dachte ich mutlos. Aber es geschah etwas weit Schlimmeres: Ich hörte wieder, wie eine Seite im Buch umgeblättert wurde.
Nun galt es, einen neuen Anfang zu finden. Ach, wollte Gott, ich fände einst das Ende so leicht und froh, wie ich alle Anfänge gefunden habe.
»Leg' dein Buch fort!« sagte ich laut.
Es rauschte aus dem Fenster heraus jählings durch die Luft, raschelte wild im Gezweig und schlug klatschend neben mir am Boden auf. Das war das Buch.
»Und jetzt?« fragte es schläfrig aus dem Licht.