»Wie ist es denn mit dem Singen, meine Gute?« sagte sie, »haben Sie es jemals zu einer rechten Melodie gebracht?«

Die Lerche schüttelte den Kopf. »Ich muß immer jubeln«, sagte sie.

»Jubeln? Nun ja ... Haben Sie mal unser Rotkehlchen singen hören?«

»Doch,« antwortete die Lerche, »es hat mich sehr glücklich gemacht.«

»Nicht wahr? Sehen Sie, so was finden Sie bei uns auf der Waldwiese. Und nun wollen Sie sich also hier ansiedeln?«

»Nein, ich fliege in die Saat zurück, aber vielleicht erlauben Sie, daß ich etwas Tau nehme?«

»Gut,« sagte Onna, »nehmen Sie also.« Und sie schaute zu, wie die Lerche trank, und es bereitete ihr Freude, sich so gut und gastfreundlich gegen einen fremden Vogel zu benehmen, der weder ehrlich zu sein schien, noch schön war, noch etwas Rechtes im Singen zuwege brachte.

Als die Lerche sich anschickte, davonzufliegen, kam durch die Blumen der Elf. Sein lichter Schein begleitete ihn; wo er dahinschritt, blinkte der Tau der Gräser in der Morgenkühle auf, und die erwachenden Blumen grüßten ihn mit feinem Läuten und frischem Duft.

»Ach,« rief die Lerche entzückt und voll höchsten Erstaunens, »haben Sie hier einen Blumenelfen?«

»Das will ich meinen«, sagte die Bachstelze und trat etwas zurück, damit die Fremde den Elfen besser sehen konnte.