Aber da gewahrte auch der Elf die Lerche im Gras, und plötzlich breitete er seine Arme aus, und mit erhobenen Flügeln eilte er auf sie zu:

»O du! o du!« rief er, und sein Gesicht leuchtete vor Glück. »Ist es denn wahr, eine Lerche ist zu uns gekommen? O sei gesegnet, du Himmlische im Blauen, du liebliche Verkünderin der Morgenfreude, o du, die Sorgen und alle Traurigkeit der Nacht aus der strahlenden Höhe her verscheucht, wie glücklich bin ich, daß ich dich sehe.«

Und er legte seine schimmernden Arme um den Hals des Vogels und barg sein goldhaariges Haupt an der Brust der Lerche. Dabei brach er in ein so leidenschaftliches Schluchzen der Freude aus, als sei ihm das größte Glück widerfahren, das nur immer einem Elfen auf der Erde begegnen kann.

»Ja, Herrgott,« sagte die Bachstelze leise und kraute sich betroffen im Nacken, »das muß mir passieren, also gerade mir ...« Aber sie sollte noch ganz andere Dinge erfahren.

»Ich liebe dich, du schöner Vogel«, sagte der Elf zur Lerche, und sein Lächeln, das durch die Tränen brach, war voll heißen Danks. »Du bist es gewesen, die mich getröstet hat, als ich im Morgenrot den Weg in meine Heimat nicht fand, durch dein Lied ist der Glaube in mein Herz zurückgekehrt, daß ich ihn einst wiederfinden würde. Ich sah den Menschen, der sein Tagewerk auf dem Acker begann, wie er seine Augen gläubig zu dir emporhob, dein Jubel segnete seine Arbeit und begleitete sein Gebet in die Regionen der Herrlichkeit Gottes empor. So fällt dein Gesang mit dem Tau durch die Frische zu uns Irdischen nieder, von deiner Freude klingt die Morgenluft, die das Gemüt von den Schatten der Nacht erlöst. Ich segne dich, du Verkündigerin des Lichts, ich danke dir aus Herzensgrund.«

»Aber bitte,« sagte die Lerche, beschämt vom Glück des Elfen, »Sie sind wirklich sehr freundlich zu mir. Ich tue ja nur, was ich muß, ich kann nicht anders.«

»Ich weiß es,« antwortete der Elf, »aber mein Herz muß lieben, alles was berufen ist, die Schönheit der Welt in ihrem Sinn zu offenbaren, ich lobe den Schöpfer, wenn ich dich lobe, du kleiner Vogel.«

Jetzt war Onna, die Bachstelze, doch gerührt; sie trat ein wenig vor und meinte:

»Man hätte das gar nicht gedacht, daß die Lerche so viel bedeutet, wenigstens ich nicht. Wie sie da so saß, im Gras ... unerfahrene Leute hätten sie für einen Spatzen gehalten. Aber, es ist ja wahr, sie jubelt morgens.«

Der Elf lächelte auf so holdselige Art, wie nur er lächeln konnte, und Onna sagte sich darauf innerlich: Mein Irrtum kann so schlimm nicht gewesen sein, sonst würde der Elf nicht lächeln. Da sagte er zu ihr: