Segne unsrer Schenkel Schwung,
sende große Fliegen,
nämlich ohne einen Sprung
kann man sie nicht kriegen.
Assap nickte behaglich vor sich hin und dachte an die Zeit, in der der Fliegenfang für sie beginnen sollte. O, es mußte eine große Zeit sein! Da schrie plötzlich sein Bruder Jen entsetzt auf und starrte, halb umgewandt, mit einem Ausdruck von großer Bestürzung ins Wasser.
»Mein Schwanz!« rief er, »er ist ab und schwimmt fort!«
Assap sah ins Wasser. In der Tat, es ließ sich nicht in Abrede stellen, dort trieb der Schwanz seines Bruders in den Strudeln, drehte sich um sich selbst und entfernte sich langsam immer weiter.
»Das geht auf keinen Fall«, rief Jen außer sich. »Ich muß ihn wiederhaben, er gehört mir!« Und er machte Miene, sich ins Wasser zu stürzen, um seinem Besitztum nachzuschwimmen; aber Assap, der überhaupt der Besonnenere von den beiden war, hielt ihn zurück und sagte rasch:
»Denk an die Hechte im Eulensee! Wenn der Bach dich in den See treibt, kannst du sehen, wie du das Ufer ungefressen wieder erreichst. Was willst du denn mit deinem Schwanz tun, wenn du ihn zurückhast?«
Dem kleinen Jen kamen Tränen in die Augen, es war, als würde er sich dessen für einen Augenblick bewußt, daß dort draußen im Bach seine Kindheit schwamm, die nie mehr zurückkehren sollte. Aber er fühlte sich doch recht getröstet, als sein Bruder mit einem bewundernden Blick sagte:
»Du siehst aus wie ein richtiger Frosch.«
Der kleine Jen sah durch seine Tränen in die Flut nieder und versuchte sich im Wasserspiegel an der Stelle zu erkennen, wo sein Schwanz nicht mehr war. In der Tat, er sah ungemein erwachsen aus, abgerundet und fertig.
»Herrlich«, sagte er, ganz still vor Entzücken. »Hättest du das geglaubt, Assap?«