»Du bist so sprunghaft in deinen Gedanken,« sagte er, »niemals kannst du bei einer Sache bleiben. Höre jetzt genau zu.«
»Du sprichst ja auch von verschiedenen Sachen,« antwortete seine Frau, »hast du nicht vom Schwimmen, Fliegen und vom Gehen zugleich gesprochen?«
»Ich habe von den Eigenschaften der Enten gesprochen, meine Liebe, und nicht vom Essen. Für dich haben, scheint es mir, nur Dinge Bedeutung, die man hinunterschlingen kann.«
»Ißt denn etwa du selber nichts?« fragte seine Frau und schüttelte ihren Schnabel, als wenn sie den ganzen Kopf fortschleudern wollte. »Du hast einen Appetit, von dem man überall spricht, wo du bekannt geworden bist.«
»Aber natürlich, Liebe ...«
»Nun, siehst du? Was ist also?«
»Ach Gott ...« sagte der Enterich.
Sie waren schon lange zusammen, die beiden, und lebten eigentlich recht glücklich miteinander, das hätte niemand anders sagen können, aber ohne Zweifel war der Enterich eine Natur, die die Dinge gern beschaulich betrachtete. Er machte sich seine Gedanken über dies und das und sprach sie nachher auch aus, damit sie nicht umsonst gedacht worden waren. So kam es, daß er sich oft mit allerlei beschäftigte, was nicht unbedingt zu den praktischen Lebensfragen gehörte. Seine Frau dagegen hielt sich mehr an das, was man wirklich unter die Flügel oder in den Schnabel nehmen konnte. Das war ihm oft schmerzlich, gewiß, aber er hatte doch ein verständiges Einsehen dafür, daß man mit Gedanken allein keine Würmer aus dem Ufersumpf ziehen konnte, und daß einem kein junger Frosch in den Schnabel schwamm, weil über diesem Schnabel ein gediegener Gedanke über das Leben entstanden war. Aber kleine Reibereien gab es natürlich doch; denn Leute, die oft und gern über das Leben nachdenken, halten meistens viel von ihren Gedanken und haben gern, wenn man sie anhört und auch etwas davon hält.
»Also, Liebe,« fuhr er nun fort, »nun höre mir einmal zu. Ich habe nicht die Absicht gehabt, mit dir über das Essen zu streiten, sondern ich wollte dir einmal wieder so recht deutlich ins Bewußtsein bringen, was für ein gesegnetes Geschlecht im Grunde wir Enten sind. Das erhöht die Lebensfreude, meine Gute.«