Afra sah hinüber zu den Türmen von Wartalun, wartete, bis er ihren Blick sah, und meinte:

»Tut es etwas zur Sache?«

Er glaubte ihr die Gelegenheit nehmen zu müssen, darüber nachzudenken, daß dies wenig höflich sei, und sagte rasch:

»Oh, gewiß nicht, gewiß nicht. Meine Bitte war sicherlich recht töricht. Der Vorzug Ihrer freundlichen Begleitung sollte mir genug sein, und er ist es, sicherlich, mein gnädiges Fräulein.«

Sie strich ohne Bedenken sein Entgegenkommen ein wie ihr Recht, obgleich sie ihn beneidete.

»Wie kommen Sie nur so früh hierher?« fragte sie, und was an ihrer Frage hätte Neugierde sein können, wirkte im Tonfall ihrer Stimme einzig wie eine kindliche Bitte.

»Ich habe dort im Schloß geschlafen«, sagte er, »und eigentlich schlecht; ich bin ohne meinen Willen und beinahe zufällig gekommen; es ergeht mir oft so, daß mir eine fremde Umgebung anfangs keine Ruhe schenkt.«

»So, im Schloß?« meinte Afra und legte in ihr Lächeln eine neckische Bewunderung. »Das klingt ja fast, als wollten Sie mir sagen, daß Sie den Schloßherrn von Wartalun persönlich kennten.«

»Ich vermute, daß ich es bin«, antwortete er bescheiden.

Und ohne zu beachten, daß die Zügel in ihrer Hand bebten, daß ihr Schritt wankte und ihr Angesicht sich langsam in jäher Erstarrung mit tödlicher Blässe überzog, fuhr er fort: