Afra war aufgesprungen, aber sie vermochte nicht zu fliehen. Im Grauen vor dem, was ihre Sinne erschauten, rief es sie wie bei ihrem Namen. Sie starrte in Paules Züge voll zergrübelter Hingabe.

»Gelobt sei deine Treue«, seufzte Friedel mit tiefer Andacht seinem Wein zu. Dann stand er auf und stützte Helmut.

»Denk nicht so vielerlei, Bruder auf der Fahrt zum Orkus, das Denken macht aus dem besten Kopf ein Sieb.« Er setzte ihn unsanft auf seinen Stuhl nieder.

»Fürst von Wartalun«, sagte er, »denk an dein verschenktes Königreich.«

Paule wandte sich an Afra. Er nahm ihr Armgelenk mit einem sonderbaren Lächeln:

»Es sind immer die Hoffnung und der Tod«, sagte er. »Sie dürfen nicht in Trauer versinken, Afra. Alles wird einst gut sein.«

»Prophet, predige laut«, rief der Lump. »Steck dich nicht hinter die Frauenzimmer und intrigiere nicht gegen mich. Du ißt unser Brot und trinkst unseren Wein!«

Paule sah Friedel an.

»Dir habe ich nichts zu sagen«, antwortete er ruhig.

»Du bist ein Feigling, ein Schleicher, ein Lebensspion; innerlich lachst du, während uns das Herz verdirbt und davonfließt. Du bist hinterlistig und verrucht, du balsamierst dein behaartes Maul mit heiligem Öl und beraubst uns mit deinen Eulenaugen!«