Draußen lag das Land in Dämmerung. Der gelbe Abendhimmel stand im Wasser des Flusses und in den stillen Tümpeln der Wiesen. Die reglosen Baumgruppen unter den Schleiern der feinen Nebel, fern in der weiten Ebene, sahen wie graue Kuppeln verlassener Kapellen aus. Vereinsamt wartete die Welt auf die kühle Nacht. Am Horizont, im Abschiedsfrieden des winterlichen Tags, von Licht gerändert, stand eine zerklüftete Wolke, die wie ein riesengroßer Vogel aussah, der der dahingesunkenen Sonne folgte.
Siebzehntes Kapitel
Noch bevor die Abenddämmerung ganz verglommen war, schritten Afra und Paule die leere Landstraße auf Wartaheim zu. Joni blieb in der Knickburg.
Afra machte sich plötzlich von seinem Arm frei:
»Still! Horch. Hörst du die Pferde auf der Straße? Auch die Lichter nahen.«
»Nein, das sind die Lichter von Wartaheim.«
»Aber hörst du denn nicht?«
»Geliebteste ... ach, wäre die ganze Erde leer von Menschen.«
»Es ist sicher ein Wagen, Benvenuto.« Afra nahm ihren Hut ab und schüttelte mit einem zitternden Lachen der Ergriffenheit ihren Kopf.