Seine Stimme brachte Friedel auf:
»Schweig! Willst du dich freuen, Landstreicher? Nicht zwei Hemden hast du gehabt, als du dich bei uns einquartiertest. Und jetzt? Wirst wohl nur zu nehmen brauchen, was dir behagt. Oh — mir wird übel, wenn ich an den Mutwillen Gottes und an die Willkür des Schicksals denke. Oh, ihr ramponierten Großmäuler im Geist des Herrn: Wer hat, dem wird gegeben, nicht wahr? Laßt mich durch! Ich muß fort. Ich fühle mich in euren Mauern wie in einem dunklen Magen, der mich langsam zersetzt. Nur heraus, es ist gleichgültig, ob oben oder unten.«
»Gib uns den Wagen«, sagte Afra. »Ich schick dir einen anderen, wenn du willst. Es wird dir wohl auf zwei Stunden nicht ankommen.« Sie sprach hart und bestimmt.
»Den Wagen, diesen? Nein!« Friedel stellte sich vor den Schlag.
Afra sah hinein, über seine Schulter fort.
»Ach so«, sagte sie kalt. »Also fahrt! Und da beschimpfst du Martin, wo du ihm soviel Glück verdankst?«
»Ja, wir fahren, und ich werde Iduna bei mir behalten. Deine Scherze laß — mir verdirbt das Herz rasch genug.«
Er geriet plötzlich in furchtbare Wut:
»Du sollst deine Witze lassen, wenn ich das Blut nicht halten kann, das mir aus dem Leben bricht. Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt, aber wenn, so mußt auch du vor ihm bestehen können. Wo hast du ein Recht her, uns alle niederzutreten, wer gibt dir die verruchte Wollust deiner teuflischen Triumphe über uns Menschen ...«
Paule trat zwischen sie und ihn und nahm Friedels Arm: