»Im Schloß?« fragte Martin hastig.
Der Alte nickte melancholisch, und Martin änderte bewegt und erfreut den Kurs. So gehörte es sich. Das Leben schien ihm wieder leichter. Was wäre es auch gewesen, wenn jener dünne Herr, der eingedrungen war, Afra etwas vorenthalten hätte.
Sie kam lachend und mit raschen Schritten die Terrasse herunter und lief quer über den Rasenplatz, ohne Hut, die Jagdbüchse in der Hand.
»Jetzt werden ihm die Hühner heimgezahlt«, rief sie. Melchiors adelige Verbeugung voll Zurückhaltung fand keine Beachtung, Martin bekam einen gelinden Stoß, da sein etwas ruppiger Knabenkopf ihr den Blick in den Käfig verwehrte. Sie sah hinein, und ihre Züge spannten sich, gefesselt zu großem Ernst.
»Schön«, sagte sie, »wunderschön ist er.«
Sie wurde einen Augenblick nachdenklich.
»Jetzt paßt auf«, rief sie hell und richtete sich auf, »wir tragen ihn in den Park auf den großen Rasenplatz, und ich stehe hinter der Falle. Bei drei macht ihr auf. Er verdient es, in der Freiheit zu sterben. Die Falle ist gemein. Los, Martin, faß an.«
Melchior beteiligte sich aus der Entfernung, die Knechte und Mägde aber liefen mit, und Afra ließ es zu.
»Vor dem See«, ordnete sie an, dann kann er nur nach rechts oder nach links ausbrechen. Ihr müßt viel mehr zurücktreten.«
»Er wird ins Wasser gehen«, befürchtete Martin, aber Afra war es gleichgültig, wo er getroffen wurde.