Sie hoffte, er würde nach der Kaufsumme fragen, aber er tat es nicht.

Wie konnte er ahnen, daß dies sie verstimmte? So suchte er den heimlichen Verdruß, der nun aus ihrer Stimme klang, durch eine Schuld bei sich zu deuten, denn sie sagte unvermittelt und beinahe lieblos:

»Sie quälen das Pferd. Sie müssen den Zügel locker fassen.«

»O ja ... gewiß ...« antwortete er eifrig und sprach schnell von etwas anderem, wie in Sorge, es möchte ihr nachträglich in den Sinn kommen, daß es sein eigenes Pferd war, das er ritt.

Irgendwie beruhigte es Afra, daß er sich niemals um einen Gewinn bekümmerte, der in Zahlen auszudrücken war, aber doch quälte es sie, und sie dachte: Ihn beglückt kein äußerer Besitz und kein äußerer Reichtum, und doch glaubt er innerlich arm zu sein, er hat es mir selbst gesagt. Vielleicht ist er zu schwach, sann sie, vielleicht würde es ihn bedrücken. Es wäre ihr lieb gewesen, wenn er mit ihr darüber gesprochen hätte, aber er, der oft und leicht über sich und seine Beziehungen zur Umwelt sprach, schwieg stets, wenn es sich um solche Dinge handelte. Aus seiner Verschlossenheit fühlte sie ein heimliches Mißtrauen. Sie nahm sich in einem quälenden Zorn vor, in dem kein Schatten von Habgier war, seine Gleichgültigkeit auf eine harte Probe zu stellen. Wenn sie ihn nun darum bäte, ihr das Vorwerk Wendalen zu schenken ... Ich will es nicht haben, dachte sie, aber sie wollte, daß er es schmerzlich vermissen sollte.

Aber als sie sprechen wollte, zögerte sie doch. Es ist noch zu früh, dachte sie und ertappte sich darüber bei der Befürchtung, er möchte ihr ihre Bitte abschlagen. So war ihr Wunsch doch nicht einzig, ihn zu demütigen? Mit einem Aufwallen übermütigen Trotzes gestand sie sich ein, daß nach ihrer Empfindung dies Gut durch eine unverständliche Fügung des Schicksals in falsche Hände gegeben worden war.

Sie pfiff den Hunden, die sich im Moor umhertrieben, und schaute plötzlich mit hellem Lachen in Helmuts Gesicht.

»Gib mir Wendalen zum Eigentum«, rief sie, wie einem scherzhaften Einfall gehorchend, »dann bleib' ich künftig fort von Wartalun.«

»Das wäre ein Grund, dir Wendalen nie zu geben«, sagte er lächelnd. »Aber alles, was mir gehört, gehört auch dir.«

Sie fühlte sich beschämt und sagte rasch und ohne Überlegung: