Martin riß den Hut herunter, viel zu munter, als daß es sonderlich respektvoll erschien, und sagte froh:

»Heute abend kommt Fräulein Afra zurück. Ich soll bestens grüßen.«

Dann sah er Friedel Gentler und verbeugte sich noch einmal, ohne sein Erstaunen zu verbergen.

Der Graf entließ ihn so herzlich, wie Friedel ihn nie vor einem Angestellten gesehen hatte. Erstaunt sah er umher. Der weiße Kater hatte sich mit Martins Ansturm eilig davongemacht, überhaupt schien alles verändert.

»Das ist deine Verwalterin, von der du mir erzählt hast, nicht wahr?« fragte er Helmut. »Ist denn das so ein Ereignis, wenn die kommt?«

»Ein Ereignis? — Ich muß es wissen.«

»Na, dann weißt du's ja jetzt«, gab Friedel etwas unsicher zurück, denn die Antwort hatte kühl und abweisend geklungen.

Elsbeth schickte ohne ein Wort zur Sache Melchior nach Iduna, an deren Arm sie nach einem leidenden Gruß die Herren verließ. Helmut kämpfte seinen Zorn nieder. Beinahe boshaft gesinnt, dachte er: Als hätte ich jahrelang nicht gesehen, wer du bist, wie erbärmlich, wie würdelos macht dich dein Schmerz.

»Die mußt du mir aber mal vorstellen«, sagte Friedel, als sie allein waren, durch Unbestimmtes angeregt, das in der Luft lag.

»Das kommt ja von selbst«, gab Helmut zurück, »heute abend wird es sich nicht mehr machen.«