Helmut mußte lächeln.

»Du hast ja nichts getan, als dich zu guter Letzt auf dem höchsten Wagen mit heimfahren lassen. Und dabei bist du noch der Betty zunahegetreten; ich weiß schon alles.«

»Betty hin, Betty her! Übrigens, der ganze Mädelbestand ist hier in Martin vergafft. Die Hauptsache ist, daß man anwesend ist. Die Leute kommen ganz anders voran, wenn sie sich kontrolliert wissen.«

»In der Liebe?«

»Nein, in der Arbeit.«

»Das kommt vom guten Beispiel.«

»Spotte nur. Morgen geht es über die Äpfel her. Von Wartaheim ist die halbe Dorfschule zum Pflücken bestellt. Der Lehrer kommt auch, frißt aber nur. — Übrigens, Helmut, das ist nun so eine Sache, Afra sprach heute früh mit dem Verwalter Nissen, die Leute erwarten ihr jährliches Fest, das ihnen Graf Konstantin um diese Zeit stets gegeben hat, und sie meinte, daß der Todesfall — — du verstehst schon.«

Helmut wandte sich gequält um.

»Das darf den Leuten ihren Lohn an Freude nicht entziehen. Ich werde mit Afra sprechen.«

Er dankte Friedel heimlich für diese Gelegenheit, die er ihm so verschaffte, Afra einmal wieder anders als nur für flüchtige Augenblicke bei sich zu sehen. Beglückt schritt er im Dämmerlicht seines Zimmers auf und ab. Schien nicht draußen die Sonne? Es überkam ihn ein Gefühl von Frohsinn, wie er es lange nicht mehr empfunden hatte, ihm war, als erinnere er sich plötzlich seines Daseins und seiner Jugend. Aber damit erwachte, wie unter einem Vergleich, auch wieder neu und qualvoll das Bewußtsein seiner Ausgeschlossenheit.