Da wurde nach Afra gerufen. Nun wußte er, daß ein Unglück geschehen sein mußte. Er nahm seinen Rock und suchte nach seinem Hut. Waren es nicht doch der Wein und sein krankes Blut, die ihm eine Gefahr vortäuschten? Noch zögerte er, da sah er Martin, nur notdürftig bekleidet, einen Stallknecht, Iduna und Melchior mit Laternen in den Park eilen.

Da wußte er, wen sie suchten. Er wußte es so deutlich, als sagte ihm jemand klar und laut den Namen und das Ereignis: »Elsbeth ist fort.« Und er antwortete dieser Stimme:

»Sie ist tot.«

Er entsann sich später aller kommenden Ereignisse, bis zum entscheidenden, nur noch undeutlich. Ihm war, als habe eine sinnlose Gewalt ihn durch verworrene Träume gerissen, und doch blieben ihm Einzelheiten so lebendig in der Seele, daß er sie bis ins kleinste nennen konnte, aber der Zusammenhang fehlte, es war, als sei in jener Nacht das Licht beständiger Vernunft in ihm erloschen.

Nun waren sie in Elsbeths Zimmer. Stand nicht dort schwankend Friedel an der Tür und lachte in einer gedankenlosen Ergriffenheit, die er nicht meistern konnte, weil der Wein ihn schaukelte? Aber Afra war ja neben ihm. Nein, es fand sich im Zimmer keine Spur und kein Anzeichen, kein Brief, kein Abschiedsgruß, nichts ... von hier aus ging der Weg in die Finsternis.

»Wo sollen wir suchen?«

»Im Park ... im Wald ...« Das war Martin, der erzählte, es sei alles vergeblich gewesen. Sein Haar hing in dunklen Büscheln um die nasse Stirn. Iduna jammerte, sie kniete vor Elsbeths Bett.

»Ach, wäre ich bei ihr geblieben.«

Afras Mund war herb und zornig geschlossen. Sie hatte ihr Kleid gewechselt, bereit, zu handeln. Wach und gesund stand sie da und schien sich auf ihre Aufgabe zu besinnen.

Da schrie Friedel plötzlich in einem Anfall von blindem Entsetzen: