»Ich bin doch ein glücklicher, ein glücklicher Mensch!« rief dieser arme Landstreicher plötzlich, der nicht mehr zu besitzen schien als die dürftigen Kleider, die er trug.

Afra hatte sich am eisernen Gitter zu schaffen gemacht, da ihr nach seiner letzten Antwort nichts Rechtes zu sagen in den Sinn kam und sie sich scheute, etwas Gleichgültiges vorzubringen. Nun wandte sie sich rasch nach ihm um und sah ihn an. Sie wollte eine Frage stellen, die diesen unerwarteten und scheinbar schwer zu begründenden Ausbruch seines Empfindens ausglich, aber eine Rührung, die sie andächtig stimmte, hinderte sie daran. Er schien nichts derart zu erwarten. Mit einem Lächeln, das sein Gesicht völlig veränderte, sah er sie an und sagte:

»Ich muß ein paar Tage hier bleiben. Ich will es tun, wenn ich Sie auch noch nicht kenne.«

Nun mußte Afra doch ihrer heiteren Bestürzung Luft machen, und sie rief lachend:

»Dies Vertrauen verpflichtet uns ja alle zu großem Dank.«

Sein Gesicht verfinsterte sich. Mißtrauisch prüfte er ihre Züge.

»Sie wollen nicht?«

»Doch«, sagte Afra, »ich nehme Ihr Angebot an, wenn Ihnen das Schloß genügt, und danke Ihnen vielmals.«

»Warum das?« fragte er. »Ihnen kann ich nichts bedeuten.«

»Haben Sie schon zur Nacht gegessen?« fragte Afra herzlich.