Mit einem Blick hatte auch Hans Thumser die Schrift auf der Karte entziffert, der zweite flog mit schreckhafter Spannung zu Jucunda hinüber.
Und — sie? Das Gesicht, das ihm eben geleuchtet hatte wie der Genius seines Lebens selbst, es hatte den Ausdruck völlig gewandelt: ein dünnes Lächeln befriedigter Eitelkeit spielte um die schmalen, herrischen Lippen, die Augen flackerten einen Augenblick in unstetem Sinnen, die Stirn hatte sich gekraust. Aber schon war der kurze Kampf zu Ende:
»Selbstverständlich, Mama. Sie haben ja wohl nichts dagegen, Herr Thumser, wie? Der Herr ist ja doch ein Korpsbruder von Ihnen.«
Mit einem Ruck war Hans Thumser emporgeschnellt:
»Dann verzeihen Sie wohl, wenn ich mich empfehle, mein gnädigstes Fräulein — ich wünsche nicht zu stören.«
»Aber ich bitte Sie, was heißt stören? Wir könnten ja so nett zu dreien ...«
Starr und förmlich verneigte sich der Student:
»Adieu, meine Damen.«
Er griff nach seiner grünen Mütze, die auf einem Stuhl an der Tür lag, dem spanischen Rohr mit Silberbeschlag, das daneben lehnte, und schritt hinaus.
Im engen Korridor stand der Erbprinz, in Ueberrock und spiegelnden Lackschuhen, den Zylinder in der Hand, die Scherbe im Auge. Sein Gesicht wies den Ausdruck blöder Verblüffung. Mit einer kurzen Verneigung stürmte Hans Thumser an ihm vorüber und ließ die Korridortür ins Schloß fallen.