»Und den andern?!« fragte Jucunda scharf. »Na, was denn! Bitte, was denn?!«
»Nun, der andere ... ist denn der andere nicht gestern nachmittag bei Dir ... bei Dir gewesen —?«
»Er war gestern nachmittag zum Tee bei mir, nu! Und was weiter?«
»Zum — Tee —?!« fragte Asta mit einem halb wehmütigen, halb verschmitzten Lächeln. »Nur zum Tee —?«
»Na! zu was denn sonst, bitte?!« fragte Jucunda heftig.
»Na, wir wollen nicht streiten,« meinte Asta. »Also: ob die zwei braven Kerle sich Löcher in den Leib schießen Deinethalb, Dir ist's rund herum egal, scheint's?!«
»Meinethalb? Ich weiß nicht, ob sie's meinethalb tun, mir haben sie's nicht gesagt. Und übrigens — ich möchte wissen, was ich daran ändern kann, wenn die zwei sich's in den Kopf gesetzt haben, aufeinander loszuknallen. Ich habe sie nicht geheißen, ich kann sie nicht hindern!«
Asta Thöny spielte mit den Zipfeln ihres Pelzjacketts und sann angestrengt nach mit zusammengekniffenen Brauen. Dabei stieg eine helle Freude, ja ein lustiger Uebermut langsam, aber immer mächtiger in ihr empor. Das war ja eigentlich wunderschön, was sie da erfuhr. Sieh da, Hanschen! Viel Glück scheinst du mit deinem Teebesuch bei der großen Jucunda ja nicht gehabt zu haben! Und für das bißchen Ehre auch noch totgeschossen zu werden — nein, das wollen wir doch mal sehen, ob wir das nicht hintertreiben können. Aber dazu brauchen wir ja wohl nicht die große Jucunda — das können wir uns schließlich auch allein verdienen ...
»Verzeih, liebe Jucunda,« sagte sie. »Ich habe mir eingebildet, Du hättest was übrig für Hans Thumser, da habe ich mich also anscheinend geirrt. Nun dann freilich —«
»Allerdings, mein Kind, da hast Du Dich geirrt. Vielleicht erinnerst Du Dich daran, daß Herr Thumser zwanzig Jahr und ein Student ist. Es mag ja Kolleginnen geben, die sich aus derartig — ungaren jungen Herren was machen. Ich für meine Person — ich lege auf derartige Bekanntschaften keinen Wert.«