»Aber wird er's auch verraten?« meinte Asta, »das könnte das Korps ihn doch teuer entgelten lassen?«
»Ich glaube, wenn ich mit der Polizei drohe und darauf aufmerksam mache, daß man ihn wegen Beihilfe zum Zweikampf mit tödlichen Waffen am Schlafittchen kriegen könnte, dann wird er wohl mit sich reden lassen!«
»Ach, Papachen, wie klug Du bist!« riefen die Töchter, strahlend vor Entzücken über das unerwartete Abenteuer. Himmel, wie interessant endete der Abend, der so langweilig, ganz nach dem Schema F verlaufen war.
»Nun aber müssen Sie schlafen, liebes Fräulein,« meinte die Präsidentin, nachdem ihr Gatte sich entfernt hatte, um das Telegramm aufzugeben. »In einer Stunde müssen Sie schon wieder zum Bahnhof, die sollen Sie wenigstens zur Ruhe benutzen.«
Aber Asta dankte. Sie könne nachher in der Eisenbahn noch genug schlafen, sie würde jetzt doch kein Auge zutun. Nur Hunger habe sie noch, wenn sie's denn schon sagen solle, und Durst auch.
Und die vier Frauen schwatzten und lachten zusammen wie alte Freundinnen ... und nur selten einmal ging's einer von ihnen durch den Kopf, was für morgen auf dem Spiele stand.
Papachen würde schon alles machen. Wenn Papachen eine Sache in die Hand genommen hatte, dann konnte es ja nicht schief gehen!
Als Asta und der Präsident fast als einzige Passagiere dem Frühzuge entstiegen, trat ein behäbiger Herr in einem undefinierbaren Räuberzivil auf den alten Herrn zu.
»Verzeihen Sie gütigst, ich habe wohl die Ehre, Herrn Senatspräsidenten Pilgram ... Mein Name ist Gensel, Königlicher Kriminalkommissar. Stelle mich im Auftrage der Kreishauptmannschaft zu Ihrer Verfügung.«
»Ah, charmant, Verehrtester. Haben Sie auch einen Gendarmen zur Hand?«