»Zu Befehl, Herr Kommissar!« sagte Mehlhorn dienstlich, schwang sich auf seinen Braunen und klapperte die Bayrische Straße hinunter.

Die beiden anderen Herren verabschiedeten sich mit flüchtigem Gruß und Dank von dem Fuhrwerksbesitzer, wiesen den Kutscher an, hinter dem Gendarmen drein zu fahren, stiegen ein, und die Gäule zogen an.

Die drei im Wagen schwiegen und sannen.

Vom Bayrischen Bahnhof blinkten grelle Signallichter, schrillten Lokomotivenpfiffe, ratterten mit dumpfen Stößen ausfahrende Züge über die Schienen. Drüber stand schon heller Tagesglast. Auf der matt erleuchteten Kreisscheibe der Bahnhofsuhr standen die beiden Zeiger in einer geraden, senkrechten Linie ...

O Gott, wenn man zu spät kam! Es konnte sich ja nur um Minuten handeln.

16.

Hans Thumser erwachte. Oben an der Decke war irgend etwas, das blendete ihn. Mit verschlafenen Augen blinzelte er hinauf und sah, daß es Laternenschein war, der, von drunten herauffallend, das Lichtbild eines Fensters auf die weiße Tünche zeichnete. Teufel ja, wo kam das denn her? Das war sonst doch nicht so?!

Mit einem Mal fiel's ihm ein: er war ja gar nicht in seinem eigenen Zimmer, lag nicht in seinem Bett ... aber wo nur? Richtig, er war ja doch auf Volkners Bude — aber warum nur, was war denn eigentlich los?

Mit einemmal krampfte sich sein Herz zusammen in siedendem Schreck: o Gott, morgen früh —!

Eigentlich doch eine sehr vernünftige Idee von Volkner, ihn nicht allein zu lassen in dieser Nacht, in dieser vielleicht ... letzten Nacht. Und auch sonst war alles sehr vernünftig gewesen, was der Senior gesagt und geraten: