»Halt! Im Namen des Gesetzes: halt, meine Herren!«
Zwischen den Büschen des Wiesenrandes tauchte ein goldblinkender Helm auf, ein grüner Waffenrock, der braune Bug eines Pferdes, in rasendem Galopp gestreckt. Fünf Minuten später preschte der Reiter an der Gruppe der Herren vorüber, die sich um den Verwundeten zusammengeballt hatten, warf den Gaul herum, versuchte den Flankenzitternden, Schäumenden zum Stehen zu bringen.
Hans Thumser hielt sich nicht länger. In langen Sätzen übersprang er die fünfzehn Schritt, die ihn von dem Verwundeten trennten, streckte ihm die Hand hin:
»Komm, Pilgram — das geht ja doch nicht mehr!«
Die Herren, die den Verwundeten umdrängten, hatten ihm Platz gemacht.
Aug' in Aug' standen die einstigen Freunde einander gegenüber, tauschten einen Blick, in dem mehr als Versöhnung lag ... Genesungsglück schimmerte darin, neue Hoffnung, neues Leben ...
Mit der heilen Rechten schlug Valentin Pilgram in Hans Thumsers Hand ein ... und auf einmal lagen die Jünglinge sich in den Armen.
Da klangen wiederum Hufschläge auf der Chaussee. Und sieh, ein Wagen hielt am Wiesenrand, ihm entstiegen zwei Herren und eine Dame, die mit hastigen Schritten über den schneebedeckten Wiesengrund herankamen.
Nun löste sich aus der Gruppe der drei die hagere Gestalt eines alten Herrn in Gehpelz und Zylinder los, der mit langen Sätzen über die klirrenden Schollen voranstelzte. Immer hastiger ward sein Gang ... ward zum Lauf ...
»Donnerwetter!« schrie da Volkner plötzlich, »sieh doch nur, Pilgram — Dein alter Herr!«