Und inmitten die zwei jungen Menschen, — neben dem todgeweihten Manne das todgeweihte Weib, die weiße, unschuldig leuchtende Gestalt, das tief gesenkte, sterbensmatte Haupt.
Und nun, nun ist der grausame Kampf zu Ende gekämpft. Aus dem Arm der Geliebten reißt Oberst Max sich los.
»Bedenket, was Ihr tut. Es ist nicht wohlgetan,
Zum Führer den Verzweifelten zu wählen.
Ihr reißt mich weg von meinem Glück, wohlan,
Der Rachegöttin weih' ich Eure Seelen!
Ihr habt gewählt zum eigenen Verderben,
Wer mit mir geht, der sei bereit, zu sterben!«
Und mit hochgereckten Armen stürzt er sich hinein in die eisenschäumende Woge. Die brüllt hell auf, schäumt gischtend empor, schlingt ihn hinunter, reißt ihn von hinnen. Die Treppe hinauf strudelt der gärende Schwall — noch einmal taucht der wehende Helmbusch, der silberne Harnisch auf ... versinkt aufs neue in den gleißenden Fluten. In den wütenden Jubel der todestrunkenen Schar gellen die wirbelnden, erzenen Rhythmen des Reitermarsches ...
Da unten, da vorn, bricht das verlassene Kind vor des starren Vaters eisenumschienten Knien zusammen ... es erfüllt sich das tragische Los des Schönen auf der Erde ... Das Edle sinkt ... Das Ideal verweht ...
Vorbei ... vorbei ...
Während die Gardine niederrauschte, legte der alte Präsident seine beiden Hände um die Schultern der jungen Männer zu seiner Rechten und seiner Linken:
»Kinder ... jetzt versteh' ich Euch ...!«
Am andern Morgen begleitete Hans Thumser seine Asta im Wagen zum Bayrischen Bahnhof. Das Leipziger Gastspiel der Meininger war zu Ende — weiter rollte der Thespiskarren ... Schon übermorgen abend würde man im Gärtnerplatz-Theater in München mit »Jungfrau« eröffnen ...
Auf dem Bock thronte ein riesiger Reisekoffer. Vier Kisten mit Kostümen waren schon als Eilgut vorausgegangen.